Zeitschrift Für Ethnologie Volume 1 Issue 1869 -- Aus Der Ethnologischen Sammlung Des Königlichen Museums Zu Berlin

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L. Von Ledebur
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  Aus der Ethnologischen Sammlung des Königlichen Museums zu BerlinAuthor(s): L. von LedeburSource: Zeitschrift für Ethnologie, 1. Bd. (1869), pp. 193-204Published by: Dietrich Reimer Verlag GmbH Stable URL: http://www.jstor.org/stable/23028730 . Accessed: 26/05/2014 07:44 Your use of the JSTOR archive indicates your acceptance of the Terms & Conditions of Use, available at  . http://www.jstor.org/page/info/about/policies/terms.jsp  . JSTOR is a not-for-profit service that helps scholars, researchers, and students discover, use, and build upon a wide range of content in a trusted digital archive. We use information technology and tools to increase productivity and facilitate new formsof scholarship. 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Christoph Heinrich Sommer die u. a., verschiedene interessante Gronlandische Grabalterthiimer brachte, knOcherne Pfeilspitzen und Harpunen mit Widerhaken an Gron lands Westkiiste zn Egedesminde und Jacobshavn gefunden; zwei zu Har punen verarbeitete Knochen; Pfeilspitzen von Stein, u. dgl. m Besonders merkwiirdig ist eine blattftfrmig gestaltete polirte Pfeilspitze mit einer Durchbobrnng; auch Calcedon und Quarzstiicke sind zu dergleiclien Spitzen verarbeitet, mehrere Wetzsteine finden sich aus verschiedenem Material, unter anderen von Talk; aus eben diesem Stoff sind zwei Lampen. Eerner ge hOrt zu diesen Graberfunden ein Messer (Ullo), von welchem die Schneide von Eisen, der Griff von Knochen ist; ein anderes von Knocben mit hfll zernem Griff bei Pakketliok gefunden. Ein schaufelartiges Gerathvon Knocben diente zur HinwegrUumung des Schnees und Eises aus den Kajacs. Ein aus 2 Knochen zusammengesetztes Gerath seheint als L Off el gedient zu haben: Niipfe sind bald von Holz, bald von Fischbein; Harpunen und andere Werkzeuge von Knochen; von lcichtem Kiehnholz eine Keule^ ein Gesichtsschirm um die Augen gegen den Schnee zu schiitzen; eine roh gesclinitzte mensclilicbe Gestalt, wie solche dem Verstorbenen in das Grab mitgegeben wurden. Sehr beachtenswerth ist ein Stuck braunen Baumwollenzeuges bei Ikigait in einem aus den Zeiten der Skandinavischen Niederlassung im Mittelalter berriihrenden cbristlichen Grabe gefunden. Der neueren Zeit angehsrc und aus derselben Quelle herriihrend, sind folgende GegenstSinde: eine grosse Lampe von Talk, fiinf Stangen von Narvalzahn, die man friiher in Anwendung brachte, und das Kochgeschirr &ei(achrift fiir Ethnologie, Jabrgang 1869. 13 This content downloaded from 193.104.110.48 on Mon, 26 May 2014 07:44:38 AMAll use subject to JSTOR Terms and Conditions  194 iiber der Lampe zu lialten; ein lOffelartiges Gerath aus Knochen; ein anderes Werkzeug zum Glatten aus demselben Material; drei Faustmesser (Ullo), davon 2 aus Sermajut und Holsteinborg, mit eisernen Schneiden, das dritte bedeutend grosser mit doppeltem Griff; eine Handaxt, deren Schneide von Eisen, und deren Griff von Holz und mit Seehundsfell befestigt ist; zwei Scbopfnapfe sind von Fischbein. Ein „Karmint-Stock aus Holz und Knochen zusammengesetzt. wird dazu gebraueht, die Stiefel voe Sehunds fe'il auszuweiten; eine Schnupftabacksdose von Knochen und ein Stein, der zum Reiben des Tabacks gebraueht wird; ein Wurfpfeil, VOgel zu todten, mit langer eiserner Spitzo und 3 Widerhaken von Knochen, mit einem Stuck Holz, dessen man sich beim Werfen bedient; verschiedene Harpunen und eine Pfeilspitze von Feuerstein. Eine sorgfaltige gear beitete Amp el, bestehend aus einem Talkstein, woran Knochen und vier Eisensachen befestigt sind; eine Leine, aus Seehundsleder geschnitten; ein kleiner Deckelkorb, in welchem sich die Fasern des Strohes befinden, aus welchem derselbe geflechten ist. GefMrbte Glasperlen verschiedener GrOsse sind in einem alten Hause zu Jacobshavn gefunden worden. Dahin gehoren ferner ein Canotstuhl und das Modell eines von 4 Hunden ge zogenen und von einem GrOnlander gefahrenen Schlittens. Durch die An vrendung dieser Hundeschlitten unterscheiden sich die Bewohner Nordgron lands wesentlich von Siidgronland. Die an den Kiisten der Disko-Bucht ge legenen danischen Colonien Jacobshavn, Godhavn, Christanshaab, Egcdes minde, von wo der grOsste Theil der aus der Sommerschen Sammlung ge machten Erwerbungen herriihrt, gehOren zu Nord-Gronland. Yon friiheren Erwerbungen, namentlich aus den Sammlungen von Bul ock und Hadlock musste Manches wegen ganzlicher ZerstOrung beseitigt werden, z. B. ein Hemd aus Seehundsgedarmen, ein Paar Handschuhe, be setzt mit der Halshaut des Tauchers (Colymbus arcticus), das Festkleid einer Gronlanderin aus Rennthierfell. Dennoch ist ein belrachtlicher Be stand aus diesen friiheren Erwerbungen verblieben: Harpunen und was dazu gehOrt; Windsacke von Leder zum Robbenfang mit dazu gehsrcen Harpunen; ein Streitbeil von Stein, Streifen von Seehundsleder und ein Grasgeflecht, sowie eine Wurfschaufel, den Schnee damit von den Thiiren wegzuschaffen. Im Jahre 1839 maclite der Preussische Consul Herr Kali zu Frederiks haab an der Westkiiste Siid-GrOnlands das willkommene Geschenk von rneh reren Modellen, die von dortigen Einwohnern verfertigt worden sind. Zu nUchst das eines GrOnliindischen Hauses, wie wir ein ahnliches in Cranz Historie von GrSnland Tab. IV im Profil und Aufriss abgebildet finden. Die GrOnlander wohnen im Sommer in Zelten und fuhren zumeist ein herumstreifendes Jagdleben. Im Herbst, gegen den Monat September zu, wenn sie von der Rennthierjagd auf ihre WinterplStze zuruckkehren, mussen sie darauf bedacht sein, sich ihre Wicterhauser, deren wir eins hier This content downloaded from 193.104.110.48 on Mon, 26 May 2014 07:44:38 AMAll use subject to JSTOR Terms and Conditions  195 vor uns haben, zu erbauen, oder zu restauriren. Sie suchen zunacbst ganz llache und viereckigc Steine aus und stapeln sic abwenhselnd mit Rasen stiicken auf, mit denen sie auch die Zwischenraume ausfullen. Gewohnlich werden die Mauern sogar aus Torf aufgefiihrt, manclimal werden auch Knochen dazu angewendet. Zu dem Dacbe wird das Treibholz, welches aus sudlicheren Himmelsstrichen mittelst des Golfstromes an die Kiisten geworfen wird, benutzt, und dann mit Erde und Moos bedeckt. Die Fenster bestehen aus Darmsaite; als Eingang dient ein langer Gang, der sich unten vor der Wohnung befindet, damit die Kalte nicht zu gewaltsam eindringt. Thuren werden gar nicht gebraucht, die Wilnde mit Fellen bedeckt. Langs der ganzen Hinterwand sind Pritschen angebracht, die in Stander abgetheilt sind, ein jeder von diesen wird von einer Familie bewohnt. In Lampen aus Talk- oder Speckstein, wie wir deren mehrere in der Sammlung sehen, wird Thran gebrannt, durch sie wird den Wohnungen Licht und Warme gegeben. Ueber den Lampen wird in hangenden, ebenfalls- aus Speckstein gearbeiteten Grapen gekocht. Diese mit so geringer Sorgfalt aufgefuhrten Erdhauser wiirden in einem milden und feuchten Clima kaum als gegen die Feuchtigkeit Schutz gebend angesehen werden konnen, aber hier, wo sieben Monate hindurch Dach und Wand bestandig gefroren sind, kann in der Hegel von Feuchtigkeit von Aussen her nicht die Rede sein und das Haus bleibt zugleich dicht und warm. Die Dunne und Kalte der Luft ist es eben, welche zu Wege bringt, dass das einfachste, iiberall vorhandene Material geniigt, den Einwohnern gegen das harte Clima schiitzende Wohnungen zu liefern. Ferner Modelle eines Umiacks oder Weiberbootes. Das Gerippe eines solchen wird ebenfalls aus Treibholz verfertigt, und dann mit Seehundsfell iiberzogen. Die Weiber rudern solche Boote mit grosser Schnelligkeit und konnen sie bedeutend belasten. Im Vordersteven wird ein Mast mit einem Raasegel angebracht, das jedoch nur bei gutem, wenigstens halbem Winde gebraucht werden kann. Sowie die Jahreszeit beginnt, wo der Gronlander seine Winterwohnung verlasst, besteigt er diese Bote, worin er sein Zelt und andere nothwendige Utensilien mit sich fiihrt. Yon den Cajaks oder Mannerbooten sind verschiedene Modelle, ja auch ein Original nebst Ruder aus dem Besitze Sr. K. Hoheit des Prinzen Carl von Preussen erworben, vorhanden. Ein ausserst leiclites Fahrzeug, worin ein geiibter Ruderef, deren nur Einer Platz darin hat, iu den grOssten Stvimen sicherer geborgen ist, als in einem guten europiiischen Schiffe. Wird der Schiffer auch umgeworfen, so weiss er doch durch seinen Ruder schlag gleich wieder sich aufzurichten. Durch Pelze ist derselbe so an das Fahrzeug festgeschniirt, dass kein Wasser eindiingen kann. Ein starker Cajaksinann kann mit einem solchen Fahrzeuge in 24 Stunden 20 geographische Mcilen rudern. — Wenn die Grdnliinder ans Land kommen, nehmen sie dies tragbare Fahrzeug auf die Schnltern, oder auf den Kopf und bringen 13* This content downloaded from 193.104.110.48 on Mon, 26 May 2014 07:44:38 AMAll use subject to JSTOR Terms and Conditions
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