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Peter Weiss
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  Peter Weiss (1916–1982), bildender Künstler, Filmemacher, Schriftsteller und Dramatiker, war einer der vielseitigsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Von 1972 bis 1980 arbeitete er an seinem dreibändigen Hauptwerk „Die Ästhetik des Widerstands“. Der Roman erzählt aus der Perspektive eines jungen kommunistischen Arbeiters die Geschichte des antifaschistischen Widerstands. Gleichzeitig geht es darum, wie die Werke der Malerei und der Literatur dabei helfen, „die Geschichte gegen den Strich zu bürsten“ (Walter Benjamin). Anhand von Betrach tung-en des Pergamonaltars, Géricaults „Floß der Medusa“ und Picassos „Guernica“ wird eine eigene „Kunst des Bilderansehns“ erprobt. Eine Reihe von Lesungen, Filmen und Diskus sionen an verschiedenen Orten in Düsseldorf lädt zur Begegnung mit dem auch heute aktuellen Werk von Peter Weiss ein. fft-duesseldorf.de Was bleibt, ist der Autor eines Jahrhundertwerks, einer anderen Suche nach der verlorenen Zeit.  Es wird vielleicht, im leeren Raum unserer vergänglichen Gegenwart, die glaubt, ohne Zukunft auskommen zu können, Leser und Zuschauer verlieren, weil es nach einer Zukunft greift, deren  nächste Erscheinung noch keine Gestalt hat, aber es gibt kein Leben in der Ewigkeit des Augenblicks. Heiner Müller: „Erinnerung an Peter Weiss“ Die Ästhetik des WiderstandsZum 100. Geburtstag von Peter Weiss4.–9. November 2016 FFT Düsseldorf in Kooperation mit Filmwerkstatt, Kunstakademie, Mahn- und Gedenkstätte und Zentralbibliothek FFT Kammerspiele  / Jahnstraße 3 / fft-duesseldorf.de Filmwerkstatt Düsseldorf   / Birkenstraße 47 / filmwerkstatt-duesseldorf.de Kunstakademie Düsseldorf   / Eiskellerstraße 1 / kunstakademie-duesseldorf.de Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf   / Mühlenstraße 29 / gedenk-dus.de Zentralbilbiothek   / Bertha von Suttner Platz 1 / duesseldorf.de/stadtbuechereien Eintritt „Life“ 19/11 Euro / „Hägringen“ 6/4 Euro Alle weiteren Veranstaltungen: Eintritt frei Tickets und Reservierung: 0211. 87 67 87-18 / fft-duesseldorf.de FREITAG 4.11. Harun Farocki ZUR ANSICHT: PETER WEISS (1979) /  Film  18:30 Uhr / FFT KammerspieleRobert Stadlober LIEST PETER WEISS /  Lesung  19:30 Uhr / FFT KammerspieleFriederike Kretzen, Thomas Krupa, Tilman Neuffer, Dierk Schmidt, Robert Stadlober KUNST UND WIDERSTAND /  Künstlergespräch  20:30 Uhr / FFT Kammerspiele SAMSTAG 5.11. FFT & Friends LESEN PETER WEISS /  Lesung  12 Uhr / ZentralbibliothekStudierende der Kunstakademie LESEN PETER WEISS /  Lesung und Gespräch  16 Uhr / Kunstakademie Düsseldorf / SpartaPhil Collins DELETE BEACH (2016) /  Kurzfilm  19 Uhr / Filmwerkstatt Düsseldorf Peter Weiss HÄGRINGEN (DER VOGELFREIE) (1959) /  Film  20 Uhr / Filmwerkstatt Düsseldorf  SONNTAG 6.11. Crescentia Dünßer und Rupert J. Seidl LESEN PETER WEISS /  Lesung 15 Uhr / Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf Otto Kukla LIEST PETER WEISS /  Lesung  17 Uhr / FFT KammerspieleHans Coppi jr., Peter Kammerer WIDERSTAND ZWISCHEN HELDENTUM UND VERRAT / Gespräch  17:30 Uhr / FFT Kammerspiele DIENSTAG 8.11. / MITTWOCH 9.11. Nicoleta Esinencu LIFE / Theater  20 Uhr / FFT Kammerspiele DIENSTAG 8.11. / MITTWOCH 9.11. Nicoleta EsinencuLIFE / Theater 20 Uhr / FFT Kammerspiele Seit November 2013 veröffentlicht die ukraini-sche Künstlerin Alevtina Khakidze auf Facebook Ausschnitte aus Telefongesprächen mit ihrer Mutter. Diese versucht in Zhdanivka ein würdi-ges Leben zu bewahren – einer Kleinstadt im Osten der Ukraine, mitten im Krieg, in der Nach barn aufgehört haben, miteinander zu reden und die Grenzen auf einmal zwischen „Denen“ und „Uns“ verlaufen. Die moldauische Autorin und Regisseurin Esinencu nimmt dies zum Ausgangspunkt für ihre neue Arbeit, in der sie die Möglichkeiten und Grenzen von individuellem Widerstand in Zeiten des Krieges und medialer Propaganda untersucht.  In rumänischer und russischer Sprache  mit deutschen und englischen Übertiteln Die Dramatikerin und Theaterregisseurin Nicoleta Esinencu ist seit ihrem Studium der Theaterwissenschaft in der Theaterszene Rumäniens und der Republik Moldau aktiv. Die Künstlerin, deren Texte in vier Sprachen übersetzt und in Rumänien, Deutschland, Bulgarien und Polen veröffentlicht wurden, war 2008 zu Gast bei der Leipziger Buchmesse und 2010 beim Internationalen Literatur - festival Berlin. Impressum  Konzept und Programm  Klaudia Ruschkowski und Kathrin Tiedemann  / Eine Veranstaltung des FFT Düsseldorf, Jahnstraße 3, 40215 Düsseldorf / Geschäftsführung  Kathrin Tiedemann  / Redaktion  Dramaturgie, Klaudia Ruschkowski  / Gestaltung Slothrop.eu  / Lesungen: Mit freundlicher Genehmigung der Suhrkamp Verlag AG Berlin / Die Veranstaltungsreihe „Die Ästhetik des Widerstands. Zum 100. Geburtstag von Peter Weiss“ und die FFT-Koproduktion „Life“ werden realisiert aus Mitteln des Theaterpreises des Bundes 2015. Das FFT wird gefördert durch die Landeshauptstadt Düsseldorf und das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen.  FREITAG 4.11. Harun FarockiZUR ANSICHT: PETER WEISS (1979) /  Film 18:30 Uhr / FFT Kammerspiele „Am 17. und 18.6.1979 waren wir in Stockholm bei Peter Weiss zu Besuch. Wir sprachen mit ihm über die Arbeit an seinem Buch ›Die Ästhetik des Widerstands‹. Davon sind zwei Bände schon erschienen und P.W. schreibt gegenwärtig am dritten. Die Arbeit geht über zehn Jahre, und kein Satz ist aus der Luft gegriffen. Weiss hat unvorstellbare Materialforschung gemacht, das Leben einer Person, die als Modell dient, bis ins kleinste studiert und, was für ihn sehr wichtig ist, fast immer den Schauplatz der Handlung aufgesucht. Der Film gibt eine Vorstellung von dieser Arbeit.“ (Harun Farocki) Robert Stadlober LIEST PETER WEISS /  Lesung 19:30 Uhr / FFT Kammerspiele „Erst durch die Wiederbegegnung mit dem Pergamonaltar, der mir schon in meiner Jugend einen großen Eindruck gemacht hatte, fand ich plötzlich den Anstoß zu der ganzen Entwicklung des Romans“, erklärte Peter Weiss im Gespräch mit Harun Farocki, „dass man von Kunstwerken ausgehen kann, weil sich darin die Klassen-verhältnisse jeder Zeitperiode konzentrieren.“ Der Schauspieler und Musiker Robert Stadlober, der in der Hörspielfassung von „Die Ästhetik des Widerstands“ (2007) den Ich-Erzähler spricht, liest vom Ringen der „Leiber aus Stein“. Friederike Kretzen, Thomas Krupa, Tilman Neuffer, Dierk Schmidt, Robert StadloberKUNST UND WIDERSTAND  /  Künstlergespräch 20:30 Uhr / FFT Kammerspiele „Die Ästhetik des Widerstands“ verbindet eine ungeheure Erinnerungsarbeit an die politischen Kämpfe und die Kriege des 20. Jahrhunderts mit dem Gedenken an jene Menschen, die im Widerstand ihr Leben ließen. Die Kunst weist dabei immer wieder einen Weg, das Gefühl der völligen Ohmacht zu überwinden. Welche Zugänge finden Künstler heute zum Werk Peter Weiss’? Wo bieten sich Anknüpfungspunkte für die eigene Praxis und wie wäre heute Wider-stand mit den Mitteln der Kunst zu leisten? Darüber diskutieren die Autorin Friederike Kretzen, der Regisseur Thomas Krupa und der Dramaturg Tilman Neuffer, die am Schauspiel Essen „Die Ästhetik des Widerstands“ auf die Bühne brachten, Dierk Schmidt, der als bildender Künstler an der kritischen Erweite-rung des Historienbildes arbeitet, und der Schauspieler und Musiker Robert Stadlober. SAMSTAG 5.11. FFT & Friends LESEN PETER WEISS /  Lesung 12 Uhr / Zentralbibliothek  In Dantes „Divina Commedia“, in den Erzäh-lung en Kafkas, aber auch in den im Detail so genau „erzählten“ Gemälden von Breughel findet Peter Weiss „Weltlandschaften“, die er in seinem Roman durchwandert. „Was geschah denn hier?“, fragen wir uns mit den jungen Freunden des Ich-Erzählers und folgen ihnen lesend an Orte, „in denen das Rohmaterial einer Epoche sich zu subjektiver Vision verdichtete“. Durch die Begegnung mit Brecht im schwe-disch en Exil rückt der Ich-Erzähler schließlich dem, was er als seine Aufgabe betrachtet, näher: „Berufsschreiber“ zu werden – „was wie Berufsrevolutionär klang“. Studierende der Kunstakademie LESEN PETER WEISS  /  Lesung und Gespräch 16 Uhr / Kunstakademie Düsseldorf / Sparta Théodore Géricaults Gemälde „Das Floß der Medusa“ brach mit allen Regeln: In der Herbst-ausstellung, dem Pariser Salon von 1819, störte es allein schon, weil es zu groß war. Die Dar-stellung von Verzweiflung, Mord und Sterben bot nichts, worauf die „Grande Nation“ hätte stolz sein können. Vielmehr brachte es einen politischen Skandal in Erinnerung, den der Staat zu vertuschen suchte: den in einer Tragödie endenden Schiffbruch der Fregatte Medusa im Sommer 1816. Neben einer Lesung der entsprechenden Abschnitte aus Peter Weiss’ Roman geht es um Fragen kritischer Bildbetrachtung und Bildproduktion. Phil CollinsDELETE BEACH (2016) /  Kurzfilm 19 Uhr / Filmwerkstatt Düsseldorf  Die Animé-Produktion des bildenden Künstlers Phil Collins erzählt ein futuristisches Märchen über eine Schülerin, die einer antikapitalisti-schen Widerstandsgruppe beitritt. In einer Gesellschaft, in der Kohlekraft geächtet ist, aber weiter eine Rolle spielt unter dem Regime von Expansion und Wachstum, ist Öl eine Rückzugsmöglichkeit für Widerständler. Sie verprassen es und übergeben ihre Körper dem Meer, in der Hoffnung, Treibstoff für künftige Kämpfe bereitzustellen. Peter WeissHÄGRINGEN (DER VOGELFREIE) (1959)  /  Film 20 Uhr / Filmwerkstatt Düsseldorf  Der experimentelle Spielfilm verbindet die beiden Schlüsselelemente in Peter Weiss’ Kinoarbeit: den subjektiv-surrealen und den dokumentarischen Ansatz. Der Film zeigt am Beispiel Stockholms die Begegnung eines  jungen Mannes mit der Großstadt. Einführung: Aurora Rodonò (Kulturwissen schaftlerin, Drehbuchlektorin und Dramaturgin). SONNTAG 6.11. Crescentia Dünßer und Rupert J. Seidl LESEN PETER WEISS /  Lesung 15 Uhr / Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf  Verfolgung, Flucht und Entwurzelung spielen eine zentrale Rolle in Peter Weiss’ Roman. Das Verstummen des Ich-Erzählers im Exil aus Furcht vor Abschiebung. Die Neutralisierung des Menschen als „Ausländer“, mehr noch: als „Flüchtling“. Die Schauspielerin und Regisseurin Crescentia Dünßer und Rupert J. Seidl, Schauspieler im Ensemble des Theaters an der Ruhr, lesen von Menschen, die durch Krieg und Vertreibung, aber auch durch ihr aktives Wirken im Widerstand an die Schwelle des Todes geraten sind. Menschen, die wir oft, so der Ich-Erzähler, „ohne ihre Notrufe zu hören, im Stich gelassen haben“. Otto Kukla LIEST PETER WEISS /  Lesung 17 Uhr / FFT Kammerspiele In seinen Roman nimmt Peter Weiss verschie-denste Zeitalter auf, um die Gegenwärtigkeit von Geschichte zu zeigen, die immer wieder analysiert und dadurch auf den „Plan der Gegen wart“ gebracht werden muss. Weiss endet in der Gegenwart des „Tags der Befrei-ung“ 1945, an dem die Widersprüche der Vergangenheit aufbrechen und zur Spaltung führen. Der Schauspieler Otto Kukla liest von den „Wurzeln für Entwicklungsvorgänge“, deren Ergebnisse wir – transformiert, zugespitzt – heute beobachten, und von der Sehnsucht, „den furchtbaren Druck“, der auf den Menschen lastet, „endlich hinweg - fegen zu können“. Hans Coppi jr., Peter KammererWIDERSTAND ZWISCHEN HELDENTUM UND VERRAT / Gespräch 17:30 Uhr / FFT Kammerspiele Die Figuren des Romans „Die Ästhetik des Widerstands“ sind historische Personen, genannt mit Namen und Adresse. Wer ihnen nachgeht, gerät in das blutigste Dickicht des 20. Jahr hunderts. Historiker, die vom Fleisch und Blut dieser Personen abstrahieren, mögen sich da zurechtfinden. Das beschreibende Ich des Autors muss sich aber allen Siegen und allen Niederlagen aussetzen. Und es gerät zwischen die Fronten, die so klar erkennbar scheinen im Kampf der Unterdrückten gegen die Unter drücker, des Proletariats gegen den Imperialis mus. Eine Odyssee des Kommunismus im 20. Jahrhundert. Ohne Religion als Ausweg. Im Gespräch: Dr. Hans Coppi jr. und Prof. Peter Kammerer. Coppi jr. erforschte als Historiker die Widerstandsorganisation „Rote Kapelle“, zu der seine Eltern gehörten. Er ist Vorsitzender der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Nazi-regimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten. Kammerer ist Soziologe, Autor, Übersetzer und u.a. Mitherausgeber von Antonio Gramscis „Gefängnisbriefen“. Mit Enrico Donaggio bereitet er eine Neu-ausgabe der italienischen Übersetzung des Kommunistischen Manifestes vor.
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