Qi als strukturelles und physikalisches Phänomen Inhalt : 1. Teil

 Thermodynamik

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Qi als strukturelles und physikalisches Phänomen Inhalt : 1. Teil : - Qi als physikalisches Phänomen 1.) Wärme und Kälte - Ausdehnung und Verdichtung a.)…
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Qi als strukturelles und physikalisches Phänomen Inhalt : 1. Teil : - Qi als physikalisches Phänomen 1.) Wärme und Kälte - Ausdehnung und Verdichtung a.) Was ist Wärme ? b.) Thermodynamik c.) Boyle-Marriotesches Gesetz - Druck und Volumen d.) Gesetz von Gay-Lussac - physikalische Ausdehnung und Verdichtung 2.) Bernoulli und Venturi - Strömung und Unterdruck a.) Was ist Strömung ? b.) Was ist Unterdruck ? c.) Atmung und Adhäsion d.) Gesetz von Bernoulli e.) Venturi-Effekt 2. Teil : - Qi als strukturelles Phänomen - Einleitung / Qi als relationaler Leib 1.) Eine Welt aus Qi 2.) Qi als Substanz ? - Synthese und Konklusion 1.) Wasserkreislauf und Qi-Fluss 2.) “Wellen” - Fazit 1. Teil : - Qi als physikalisches Phänomen : 1.) Wärme und Kälte - Ausdehnung und Verdichtung a.) Was ist Wärme ? Die Temperatur eines Gegenstandes ist das Maß für die Bewegung seiner Moleküle. Je höher die Temperatur, desto schneller die Molekülbewegung. Wärme aus physikalischer Sicht ist letztlich Energie, die von einem Objekt höherer Temperatur an ein Objekt niedrigerer Temperatur abgegeben wird. Das bedeutet auch, dass ein Körper oder ein Gegenstand keine Kälte aufnimmt, sondern Wärme abgibt. Abkühlung ist demnach als eine Art passiver Vorgang zu betrachten, bei dem nicht empfangen, sondern abgegeben wird - nämlich Wärmeenergie. Ein verdichtender Vorgang findet demnach insofern statt, als das der sich abkühlende Körper Wärme an einen anderen ( an ein Medium ) abgibt, womit sich die Geschwindigkeit seiner Molekülbewegung senkt. Dieser Wärmeaustausch oder Phasenübergang führt an einem bestimmten Punkt zu einem Wechsel der stofflichen Beschaffenheit seiner materiellen Teilnehmer - von flüssig zu fest bei Abkühlung, bzw. von flüssig zu gasförmig bei Erwärmung usw... Ein sich abkühlender Körper mit sich senkender Molekülbewegung verdichtet sich solange, bis sich seine Struktur in einen Aggregatszustandswechsel begibt. Umgekehrt verhält es sich mit einem sich erwärmenden Körper mit steigender Molekülbewegung, dessen Struktur ebenso - mit einem Wechsel des Aggregatzustands - reagiert. Dieser Phasenübergang , bzw. das Erreichen eines anderen Aggregatzustandes, erfordert Wärme oder setzt Wärme frei. Jede Ausdehnung oder Verdichtung endet also an einem bestimmten ( Temperatur-) Punkt in einem Phasenübergang von einer Beschaffenheit zu einer anderen. Wärme ist somit ein Maß für Energie, die in den Bewegungen der Moleküle ( bereits ) gespeichert ist, und dort bleibt, bis sie in irgendeine Richtung abfließen kann. b.) Thermodynamik : Thermodynamik setzt sich aus den ( altgriechischen ) Begriffen thermos = warm und dynamis = Kraft zusammen. Sie soll somit die Beziehung zwischen Wärme und Arbeit, bzw. Kraft beschreiben. In der Thermodynamik bestehen vier Hauptsätze ( 0-3 ). 0. Hauptsatz : Zwei Objekte sind miteinander im thermischen Gleichgewicht, solange keine Wärme fließt. 1. Hauptsatz : Die innere Energie ( oder Entropie, siehe unten ) eines ( geschlossenen ) Systems ändert sich in einen neuen Wert, wenn das System Wärme aufnimmt oder abgibt, bzw. wenn Arbeit an seiner Umgebung verrichtet wird ( ...wenn Kraft ausgeübt wird…). Das heisst : Die Gesamtenergie eines Systems setzt sich zusammen aus Wärme, Arbeit und innerer Energie . 2. Hauptsatz : Wärme fließt immer vom Objekt höherer Temperatur zum Objekt niedrigerer Temperatur, dabei verteilt sich die Energie gleichmäßig ( in geschlossenen Systemen ). 3. Hauptsatz : Der absolute Nullpunkt der Temperatur ( eines Objektes, Körpers oder Mediums ) ist nicht zu erreichen, sondern lediglich über Annäherung möglich. Da die Temperatur ein Maß für die Molekülbewegung ist, lässt sich daraus ableiten, dass mit einer endlichen Zahl von Prozessschritten Abkühlung ebenso begrenzt ist, wie die Verlangsamung der Molekülbewegung. Dem absoluten Stillstand der Bewegung kann sich nur angenähert werden, jeder Abkühlungsprozess führt näher an den Nullpunkt, aber nicht zum Nullpunkt. Anm.: Flüssiges Helium reagiert auf die niedrigsten, erzeugbaren Temperaturen insofern, als dass es von selbst eine Behälterwand nach oben kriecht, über dessen Rand und weg vom Behälter ( es flieht sozusagen, es vermeidet den Nullpunkt oder Stillstand ). c.) Boyle-Marriotesches Gesetz - Druck und Volumen Qi ist fließender, dynamischer Unterdruck. Physikalische Entsprechungen dazu finden sich bei der von Boyle und Marriotte beschriebenen isothermen Zustandsänderung von Gasen. Bei gleichbleibender Temperatur ( isotherm ) verhält sich der Druck von Gasen umgekehrt proportional zu seinem Volumen. Wird das Volumen eines Gases verringert, erhöht sich der Druck in ihm und das Gas strömt aus, es beginnt sozusagen zu “fließen”. d.) Gesetz von Gay-Lussac - physikalische Ausdehnung und Verdichtung Hält man den Druck konstant ( isobar ), ist das Volumen von Gasen indirekt proportional zur Temperatur ( isobare Zustandsänderung von Gasen ). Gas dehnt sich demnach bei Erwärmung aus und zieht sich bei Abkühlung zusammen. Bei höheren Temperaturen nimmt die Luftmenge ein größeres Volumen ein, Luft strömt aus. Bei niedrigerer Temperatur verringert sich das Volumen, Luft zieht sich zusammen und schafft somit Platz für Luft, die von außen einströmen kann. 2.) Bernoulli und Venturi - Strömung und Unterdruck Das Gesetz von Bernoulli, sowie der Venturi-Effekt , sind nach Giovanni Batista Venturi und nach Daniel Bernoulli benannt, die im 18.Jhd. lebten und Theorien über Strömungsmechanik aufstellten. a.) Was ist Strömung ? Allgemein beschreibt eine Strömung die Richtung, in die sich eine fließende Materie ( Fluid, Gas ) bewegt. Physikalisch bezeichnet man die Bewegung von flüssiger oder gasförmiger Materie als Strömung. Beschrieben werden die jeweilige Strömungsgeschwindigkeit und der jeweilige Druck innerhalb der bewegten Materie ( Flüssigkeit ). Strömungsmechanik ist also die Wissenschaft vom physikalischen Verhalten von Fluiden. “Alldurchströmend ist das Tao, in jeder Richtung gegenwärtig.” ( Daodejing ) b.) Was ist Unterdruck ? Physikalisch wird Unterdruck genauer als negative Druckdifferenz formuliert. Dies lässt sich nur anhand einer relationalen Bezugsgröße denken, deren Druck höher sein muss, als der Druck innerhalb eines relationalen, beschriebenen Volumens. Unterdruck als solches, isoliert, existiert demnach nicht, da eine Differenz auch nicht für sich besteht, sondern als Ergebnis zweier subtrahierter Komponenten. Da aber ohnehin nichts Existentes isoliert von anderem denkbar ist, bezieht sich diese Erwähnung lediglich auf das mathematische Element des Unterdruckes, bzw. der negativen Druckdifferenz, nicht auf deren Phänomenologie. Die Wirkung des Unterdrucks wird sogähnlich wahrgenommen, siehe Staubsauger . Dies ist darauf zurückzuführen, dass Luft aus dem Gerät herausbefördert wird, und die Dichte innerhalb des Geräts in Folge abnimmt. Die in Bezug zum Gerätinneren dichtere Umgebungsluft wirkt diesem Ungleichgewicht entgegen, drängt durch den Geräteingang in das Innere und nimmt praktisch die Materie mit, die ihr beim Saugvorgang begegnet. Letztlich ist dieser Vorgang der menschlichen Atmung ähnlich. c.) Atmung und Adhäsion Zu Beginn der Einatmung zieht sich das Zwerchfell zusammen, die Rippen heben sich an, es entsteht somit eine entgegengesetzte Bewegung, wodurch das Lungengewebe ( Volumen ) gedehnt wird und dessen Druck sinkt, Luft kann von außen einströmen ( siehe isotherme Zustandsänderung von Gasen, Boyle-Marriotte ). Die Einatmung endet dann, wenn der Sog nach innen und der Luftdruck außen um den Körper gleich sind ( ...der Gasaustausch - die Diffusion - der alveolaren Luft mit den Gasanteilen im Blut findet statt ). Bei der Ausatmung kehren sich die entgegengesetzten Bewegungen von Zwerchfell und Rippen/Brustkorb um, das Lungengewebe ( Volumen ) zieht sich zusammen, dessen Druck steigt und ( “verbrauchte” ) Luft kann ausströmen. Das alles kann jedoch nur dann funktionieren, wenn es etwas gibt, was die Lunge “zusammenhält”. In der Brusthöhle befindet sich zwischen dem Wandblatt und dem Lungenüberzug des Brustfells ( Pleura ) eine sehr enge, kapilläre Höhle, der Pleuraspalt. Dort herrscht ein relativer Unterdruck ( wie bereits oben erwähnt, kann Unter-druck immer nur relativ oder relational bestehen, wenn es ein unter gibt, muss es dazu einen Bezugsrahmen geben, “unter” ist räumliche Dimension ), der durch das o.e. Zusammenziehen der Lunge und die gleichzeitige, entgegengesetzte Ausdehnung des Thorax erklärt wird. Der kleine Spalt zwischen Brustfell und Wandblatt ist von einer serösen Flüssigkeit durchzogen, die als Erklärung für den molekularen Zusammenhalt dieser beiden Gewebe herangezogen und Adhäsion genannt wird. Adhäsion bezeichnet allgemein die Kräfte, die das Anhaften oder Zusammenhalten von Molekülen verschiedener Art bewirken ( ergänzend dazu die Kohäsion, die den gleichen Vorgang beschreibt, nur unter Molekülen gleicher Art ) . Es bestehen zur Adhäsion diverse Theorien, jedoch ist der mechanische Zusammenhalt der wirkenden Kräfte nicht “vollständig erforscht”... d.) Gesetz von Bernoulli Dieses besagt, dass in einem strömenden Fluid ( flüssig oder gasförmig ) ein Geschwindigkeitsanstieg von einem Druckabfall begleitet wird. Unterdruck entsteht demnach, wenn ein Medium en einem Objekt schnell vorbeiströmt. Die Tragfläche eines Flugzeugs erhält Auftrieb, weil die Luft an der gewölbten, oberen Seite schneller strömt als unten, und somit der davon begleitete Druckabfall oben eine negative Druckdifferenz in Relat zur unteren Seite bildet. Das Gleiche passiert beim Pusten über ein Blatt Papier, welches vor den Mund gehalten wird. Das Blatt wird scheinbar von unten “angehoben”, da der Druck auf seiner Oberfläche geringer ist, als der Druck auf seine untereFläche. e.) Venturi-Effekt Die Fließgeschwindigkeit einer Substanz ist dort am höchsten, wo der Querschnitt des umfassenden Behältnisses am niedrigsten ist. Die sogenannte Venturi-Düse veranschaulicht somit die Entstehung von Unterdruck. Zwei mit Flüssigkeit gefüllte Rohre mit gleichem Durchmesser enden nach oben in einem weiteren Rohr, dessen Durchmesser sich im Übergang zu den beiden Rohren unterscheidet. Lässt man Luft durch das obige Rohr strömen, so ist die Fließgeschwindigkeit an der Stelle mit kleinerem Durchmesser höher als an der mit größerem Durchmesser. Dadurch entsteht in dem unteren Rohr, welches in das mit kleinerem Durchmesser übergeht, ein relativer Unterdruck, die Flüssigkeit wird nach oben “gesogen”. 2. Teil Qi als strukturelles Phänomen Einleitung / Qi als relationaler Leib Individuation ist eine Leistung der logischen Vernunft. Unsere Verbindung zur Welt oder zum Sein, oder auch nur zu Anderen / Anderem, muss nur deshalb reflexiv und kognitiv wieder-hergestellt werden, weil wir bereits vorher, wahrnehmend und denkend, eine ( Subjekt-Objekt ) -Trennung herstellen, die eine Konstruktion des Logos, der Vernunft, des Geistes ist, welche den wahrnehmenden Menschen meint, vom Leib trennen zu können. Und somit in der Betrachtung trennt, was im Sein Eins ist. Der Begriff der Re-ligion meint somit nicht grundlos eine Rück-bindung, die auf etwas Ursprüngliches bezogen ist. These : Die natürliche Verflechtung, von Welt, von Sein, ergibt sich aus deren Wandel und Dynamik, aus dem Bestehen eines Gefüges, welches Bezogenheit und Gebundenheit dessen, was ist und sein kann, vorraussetzt und entstehen lässt. ( Merleaut-Ponty beschreibt dies als “Co-Perception”, Rombach nennt es “Konkreativität”.) 1. Eine Welt aus Qi An diesem Punkt greift die Theorie des Qi. Als etwas, das Verflechtung ermöglicht, “was die Welt im Innersten zusammenhält” ( Goethe ), was den Übergang vom einen zum anderen und die Gebundenheit der Dinge bezeichnet, ermöglicht und dynamisiert. Wenn der Sinusknoten den Herzschlag ermöglicht, dann konstituiert sich das taktgebende, funktionale und fließende Element des Sinusknoten-Daseins aus dem Qi heraus. Anders gesprochen : Wenn es eine “Schöpfung” oder einen ”Schöpfer” geben soll ( unabhängig davon, ob dies “Gott” oder “Urknall/Evolution” genannt wird ), dann nur, wenn aus etwas “geschöpft” werden kann, aus einer Quelle, die der Ursprung oder eben das Tao genannt wird. “Es gibt etwas, in dem das Chaos vollständig ist, es geht Himmel und Erde voran. Still ist es und grenzenlos, selbständig und stetig. Es dreht sich im Kreis und erschöpft sich nicht. Man kann es als die Mutter bezeichnen von allem, was unter dem Himmel ist. Ich kenne seinen Namen nicht. Sein Zeichen ist dao. “ ( Daodejing ) “Der Mensch folgt der Erde, die Erde dem Himmel, der Himmel dem Tao. Das Tao folgt sich selbst.” ( Daodejing ) Demnach ist die taoistische Weltanschauung immer auch eine strukturelle, ur-sprüngliche ( das Tao folgt sich selbst ), oder, anders gesagt, eine Solche, die eine kommunikations- ontologische Grundlage hat. Wenn der Mensch der Erde folgt, dann steht er in Kommunikation, in Kontakt mit und in Bindung zu ihr, und da die Erde dem Himmel folgt, tut der Mensch das auch hinsichtlich des Himmels und des Tao. Das, was gegeben ist oder vorausgesetzt wird, ist strukturelle Kommunikation. Die abendländischen Naturwissenschaften verfahren ähnlich, ausser an einem, entscheidenden Punkt : Sie exkludieren den Menschen. Der Mensch ist nicht mehr Natur, sondern nimmt durch Individuation eine vermeintliche Sonderstellung ein, durch die er - ebenso vermeintlich - von einer Art “Aussen” oder “ausserhalb”, beobachten und erklären kann. Er ist somit weder eingebunden, noch gebunden, und muss auf rück-bindende ( re-ligiöse ) Glaubensfragen zurückgreifen. Entscheidend hinsichtlich des westlichen ( Miss-)Verständnisses von Qi ist somit das Menschenbild, welches sich in seiner Stellung überschätzt und durch diese Anmaßung nicht mehr auf ur-sprüngliches Wissen - also auf Solches, das wir nicht lernen, sondern nur ver- lernen können - zurückgreifen kann. Auch das Denken dieser Sätze, deren Niederschrift und die vermeintliche Erkenntnis dieser Umstände bleiben zunächst auf Ratio und auf ver-stehen limitiert, bzw. im Logos eingesperrt. Eine Verflochtenheit im sinnlichen Gefüge lässt sich nur durch sinnliche Verflechtungen erfahren und durchdringen. “...zwar gibt es heute eine deutliche Bestrebung, das Tao auch für die Wissenschaften zu entdecken ( z.B. bei F.Capra, das Tao der Physik ), dort wird aber vom Taoismus nur der Vorgriff auf die Ganzheit des Alls übernommen, eigentlich also mehr ein abendländischer Reflex, der an der entscheidenden Grunderfahrung des Tao vorbeigeht. Das wirkliche Tao der Physik, wenn es irgendeinen wahrhaft ergriffe, würde ihn ganz anders beuteln und drehen…” ( H.Rombach ) 2. Qi als Substanz ? Es ist durchaus naheliegend, qi als Substanz zu interpretieren, hinsichtlich einer zugrundeliegenden und bewegenden “Kraft”, jedoch kann der Substanzbegriff in die Irre führen, da es sich bei Qi weder um ( greif-oder sichtbaren ) “Stoff” handelt, noch um etwas mess -oder nachweisbares. Qi kann eher strukturell und funktional verstanden werden. ( siehe Synthese und Konklusion, weiter unten ) Die Missverständinisse hinsichtlich der Annäherung an die Theorie des Qi sind zunächst auch kommunikologisch oder kommunikativ begründet, da ein Wechsel vollzogen werden muss, von Schriftzeichen zu Schrift, von Bild zu Wort. “Dunst über einem Reisfeld” bedeutet mehr als das, was in der Übersetzung übrigbleibt, auch ein Aggregatzustandswechsel von flüssig auf gasförmig in der Sprache der Physik, ein Verdampfen von Wasser, Nebel, Tau am Morgen, Rauch des Feuers, Atmosphäre etc… sind mögliche ( und gängige ) Interpretationen. Aber es bleiben eben solche. Wir müssen interpretieren, wenn wir nicht begreifen oder wenn wir etwas nicht leben, obwohl wir es sind. Synthese und Konklusion 1. Wasserkreislauf und Qi-Fluss Das Wasser auf der Erde zirkuliert, wechselt Aggregatzustände und geht prinzipiell nicht verloren. In den Flüssen fließt es immer in eine, vorgegebene Richtung, nämlich zu den Ozeanen, die eine Speicherfunktion für die Erde einnehmen. An der Meeresoberfläche verdunstet Wasser durch Wärme der Sonnenenergie, wodurch (Luft-)Feuchtigkeit entsteht, die durch Wind zum Festland bewegt wird. Beim Aufsteigen der feuchten Luft - indem Sie sich über kältere Luftschichten legt - wird diese abgekühlt und der in der Luft enthaltene Wasserdampf kondensiert, Wolken entstehen. Ab einer bestimmten Größe der Wassertröpfchen fällt das Wasser in drei verschiedenen Zuständen - Schnee, Regen, Hagel, jeweils abhängig von der Außen-Temperatur - zurück zur Erde. Der Kreislauf schließt sich, indem der Niederschlag direkt in die Gewässer fällt, oder in der Erde im Grundwasser versickert, von wo er dann über Quellen und Flüsse wiederum in die Ozeane abfließt. Dieses System schließt sich also, ist aber dennoch, durch das Durchlaufen verschiedener Sphären ( Atmosphäre, Biosphäre, Hydrosphäre und Lithosphäre- also Erdkruste und Erdmantel ), nicht als geschlossen zu betrachten. Je nach Blickwinkel stellt es gleichzeitig ein geschlossenes ( “metasphärisch” ) und ein offenes ( durch das Zusammenwirken der einzelnen Sphärensysteme ) System dar. Der Kreislaufcharakter des Wassers unterliegt somit einem Prinzip, das panta rhei genannt wird - alles fließt. Durch dieses Prinzip ist der Übergang zur Qi-Analogie geschaffen. Wenn Qi nicht mehr fließt, entstehen Stagnationen, die den Boden für jedwede Form von Symptom und Erkrankung bilden. Wasser fließt ( u.a. ) in den Flüssen zu den Ozeanen, Qi fließt und zirkuliert ( u.a. ) in den Leitbahnen zu den Organen, wo es gespeichert wird. ( Zang als “Speicher”-Organ ) “Alle Wesen und Dinge, die leben und atmen, sterben dann, wenn Qi abbricht.” ( Wang Chong, 27-100 n.Chr.) 2.) Wellen Die früheste Abbildung von Qi auf Orakelknochen ist in drei wellenförmigen Linien angeordnet. Wellen werden in der neuen Physik unterschieden von Teilchen. Klassische Wellen breiten sich aus, wirken gleichzeitig an verschiedenen Stellen und mit verschiedener Stärke. Klassische Teilchen können zu einem jeweiligen Zeitpunkt nur an einem ( bestimmten ) Ort anwesend sein und nur vollständig ( bezogen auf Energie und Impuls ) wirken. Beides ist nachgewiesen und schliesst sich weniger aus, als dass es sich bedingt ( siehe Yin/Yang ). Wellen veranschaulichen aber auch die dynamische, fließende Beschaffenheit des Qi. Wenn alles fließt, dann ist “Existenz” als Grundbewegung zu sehen, als ein fortlaufender und selbstdynamisierender Prozess von Werden und Vergehen, von Ausdehnung und Verdichtung, von Sammlung und Zerstreuung. Jeder Stoffwechselprozess, der natürlich beobachtet werden kann, besteht aus dem Abbau eines Stoffes zugunsten der Entstehung oder des Aufbaus eines Neuen. Jede Pflanze baut ihre organisierte Struktur aus Bestehendem auf, aus elementaren Stoffen oder eben bestehenden Elementen. Sie tut dies, indem sie umbaut, verwandelt, synthetisiert. Neue Ordnungen entstehen, wenn alte sich auflösen. Der Moment, in dem dies geschieht, ist in Zeitdimensionen ( also in einem nacheinander ) nicht zu beschreiben, dennoch gibt es die winzige Phase des Dazwischen, der konkreten Umwandlung, des “Sprungs”, oder des Umschlagens ( bzw. des “Umschlags”, Rombach ). Anm.: Der heraklitische “Keraunos” bezeichnet diesen Moment, das Dazwischen, als einen “das All führenden Blitz”. Und dieses Führen heisst nichts anderes als : Gebundenheit der Dinge. Das Eine an das Andere binden. Dies geschieht durch Qi. Nichts entsteht jemals “neu”, alles wechselt, schlägt von altem in Neues um, nichts fällt jemals weg, in nicht mehr Seiendes, nichts kann hinzukommen, was nicht schon - im Sein, im Tao - in irgendeiner Form, und sei es als Potential - vorhanden wäre. Alles was in einer Form besteht, wechselt, in Bindung und Gebundenheit ( Ligase ). Somit ist alles, das ist oder sein kann, im Prinzip auch schon der “Umschlag” von Anderem, und somit auch “nicht-anders”, also das “Nicht-Andere” ( Non-Aliud, Nikolaus Cusanus ). Qi ist als Begriff und als Begreifensweise der Gebundenheit der Dinge auffassbar. Fazit - Qi erwärmt, ermöglicht Ausdehnung und Verdichtung. Wärme
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