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 Sozialpsychologie

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Sozialpsychologie WS 10/11 Sitzung 4 Wiederholung I  Quantitative Methoden: - Grundpfeiler empirischer Wissenschaften - Ziel: Dass ich erkenne, was die Welt…
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Sozialpsychologie WS 10/11 Sitzung 4 Wiederholung I  Quantitative Methoden: - Grundpfeiler empirischer Wissenschaften - Ziel: "Dass ich erkenne, was die Welt - Im Innersten zusammenhält." - Faust I, Goethe  Qualitative Methoden: - Methode einer hermeneutischen Wissenschaft - Die Hermeneutik (altgr. „(Gedanken) ausdrücken“, „interpretieren“, „übersetzen“) ist eine Theorie über die Auslegung von Werken und über das Verstehen. Beim Verstehen verwendet der Mensch Symbole. Er ist in eine Welt von Zeichen und in eine Gemeinschaft eingebunden, die eine gemeinsame Sprache benutzt. Nicht nur in Texte, sondern in alle menschlichen Schöpfungen ist Sinn eingegangen, den herauszulesen eine hermeneutische Aufgabe ist. (wikipedia) 16.05.2016 Sozialpsychologie – Henrik Singmann – WiSe 2010/2011 – Session 4 2 Wiederholung II: Methodik  Korrelation  Experiment  Nachteil von Korrelation: - Kaum möglich Aussagen über die Kausalität zu treffen  Nachteil von Experiment: - Manchmal schlicht nicht durchführbar (natürliche Gruppen sind nicht randomisierbar) - Externe Validität manchmal fraglich 16.05.2016 Sozialpsychologie – Henrik Singmann – WiSe 2010/2011 – Session 4 3 Eine Beispielstudie  Forschungsfrage: Ist der Unterricht im Klassenverband in der Schule immer sinnvoll?  Hypothese: Schüler können besser lernen, wenn sie sich alleine im Raum befinden.  2 Gruppen müssen langweilige Aufgabe in 15 min bearbeiten (niemand kann alle Aufgaben lösen): - Gruppe 1 im normalen Unterricht - Gruppe 2 in Einzelzimmern  Zusätzlich unterschiedliche Jahrgänge testen: - Ist der Effekt bei jüngeren und älteren Schülern gleich?  Gemessen: Leistung in der Aufgabe 16.05.2016 Sozialpsychologie – Henrik Singmann – WiSe 2010/2011 – Session 4 4 SOZIALE KOGNITIONEN 16.05.2016 Sozialpsychologie – Henrik Singmann – WiSe 2010/2011 – Session 4 5 Soziale Kognition  Soziale Kognitionen sind die Art und Weise wie wir unsere (soziale) Umwelt interpretieren, analysieren, erinnern und die so gewonnen Informationen benutzen.  Soziale Kognition ist nicht immer rational. Der Mensch denkt und handelt nicht immer rational.  Kognitionen haben Einfluss auf Affekt & Verhalten  Menschen versuchen kognitive Ressourcen zu schonen: kognitive Geizhälse (cognitive miser) 16.05.2016 Sozialpsychologie – Henrik Singmann – WiSe 2010/2011 – Session 4 6 2 sparsame Komponenten sozialer Kognition  Schema - mentale Wissensstruktur im impliziten Gedächtnis - ermöglichen uns große Mengen an Informationen zu verarbeiten: bestimmen Auswahl und helfen bei mehrdeutigen Reizen - Beispiele: Restaurant, Professor, BWL-Student  Heuristik - einfache Regel (Faustformeln) die mit minimalem kognitiven Aufwand ein/e Entscheidung/Ergebnis/ Urteil herbeiführt: „mentale Abkürzung“ - bezeichnet die Kunst, mit begrenztem Wissen und wenig Zeit zu guten Lösungen zu kommen. 16.05.2016 Sozialpsychologie – Henrik Singmann – WiSe 2010/2011 – Session 4 7 2 sparsame Komponenten sozialer Kognition  Schema - mentale Wissensstruktur im impliziten Gedächtnis - ermöglichen uns große Mengen an Informationen zu verarbeiten: bestimmen Auswahl und helfen bei mehrdeutigen Reizen - Beispiele: Restaurant, Professor, BWL-Student  Heuristik - einfache Regel (Faustformeln) die mit minimalem kognitiven Aufwand ein/e Entscheidung/Ergebnis/ Urteil herbeiführt. - bezeichnet die Kunst, mit begrenztem Wissen und wenig Zeit zu guten Lösungen zu kommen. 16.05.2016 Sozialpsychologie – Henrik Singmann – WiSe 2010/2011 – Session 4 8 Wie beeinflussen Schemata soziale Kognitionen? Schemata beeinflussen drei grundlegende Prozesse der Informationsverarbeitung:  Aufmerksamkeit (Attention; Welche Information wird aufgenommen)  Enkodierung (Encoding; Welche Information wird gespeichert)  Abruf (Retrieval; Welche Information wird abgerufen) 16.05.2016 Sozialpsychologie – Henrik Singmann – WiSe 2010/2011 – Session 4 9 Aufmerksamkeit & Enkodierung  Konsistente Information wird eher wahrgenommen  Größere Wahrscheinlichkeit, dass bei Professoren/In „Ähh“ auffällt, als bei anderen Personen.  Größere Wahrscheinlichkeit, dass bei BWL-Studenten der hochgestellte Kragen auffällt.  Außer Information ist zutiefst inkonsistent mit einem Schema 16.05.2016 Sozialpsychologie – Henrik Singmann – WiSe 2010/2011 – Session 4 10 Abruf  Sowohl konsistente als auch inkonsistente Information im Gedächtnis. Response bias:  Stärkeres Benutzen und Wiedererkennen (Recognition) von kongruenten Informationen  Aber inkonsistente Information wird besser frei erinnert (recall). 16.05.2016 Sozialpsychologie – Henrik Singmann – WiSe 2010/2011 – Session 4 11 Schemata: Eigenschaften  Der Effekt von Schemata ist stärker unter kognitiver Belastung  Schemas zeigen Perseveranz (Beständigkeit) - Selbsterfüllende Prophezeiung - Rosenthal-Effekt 16.05.2016 Sozialpsychologie – Henrik Singmann – WiSe 2010/2011 – Session 4 12 How it Works 16.05.2016 Sozialpsychologie – Henrik Singmann – WiSe 2010/2011 – Session 4 13 2 sparsame Komponenten sozialer Kognition  Schema - mentale Wissensstruktur im impliziten Gedächtnis - ermöglichen uns große Mengen an Informationen zu verarbeiten: bestimmen Auswahl und helfen bei mehrdeutigen Reizen - Beispiele: Restaurant, Professor, BWL-Student  Heuristik - einfache Regel (Faustformeln) die mit minimalem kognitiven Aufwand ein/e Entscheidung/Ergebnis/ Urteil herbeiführt: „mentale Abkürzung“ - bezeichnet die Kunst, mit begrenztem Wissen und wenig Zeit zu guten Lösungen zu kommen. 16.05.2016 Sozialpsychologie – Henrik Singmann – WiSe 2010/2011 – Session 4 14 Heuristiken Unterschiedliche Sichtweise über Heuristiken:  Amos Tversky & Daniel Kahnemann: „Heuristics and Biases“ - Heuristiken stellen einen kognitiven Bias dar  Gerd Gigerenzer: „fast and frugal Heuristics“ - schnelle und sparsame Methoden um an die aktuelle Umwelt angepasste Entscheidungen zu treffen  Was ist die Norm an der wir das Verhalten messen? 16.05.2016 Sozialpsychologie – Henrik Singmann – WiSe 2010/2011 – Session 4 15 Repräsentativitätsheuristik  Je ähnlicher eine Person einem typischen Vertreter einer bestimmten Gruppe ist, desto eher ordnet man die Person dieser Gruppe zu.  Linda the bank teller: - Linda ist mittelalte Frau die sich sehr für Frauenrechte und Emanzipation engagiert - Was ist wahrscheinlicher: • Linda ist Bankangestellte • Linda ist Bankangestellte und Feministin 16.05.2016 Sozialpsychologie – Henrik Singmann – WiSe 2010/2011 – Session 4 16 Repräsentativitätsheuristik Base rate neglect:  30 Juristen und 70 Ingenieure wurden interviewt: - Jack ist 45 Jahre alt. Er ist verheiratet und hat vier Kinder. Er ist im allgemeinen konservativ, sorgfältig und ehrgeizig. Er interessiert sich nicht für Politik oder soziale Fragen und verwendet den größten Teil seiner Freizeit auf eines seiner vielen Hobbys, wie z.B. Tischlern, Segeln und mathematische Denksportaufgaben.  Was ist wahrscheinlicher: - Jack ist Ingenieur - Jack ist Jurist 16.05.2016 Sozialpsychologie – Henrik Singmann – WiSe 2010/2011 – Session 4 17 Verfügbarkeitsheuristik  Je einfacher es ist an etwas zu denken, desto stärker beeinflusst es Abschätzungen.  “the tendency to judge the frequency or likelihood of an event by the ease with which relevant instances come to mind” - Nachdem man an 6 (versus 12) Ereignisse gedacht hat, bei denen man sich selbstsicher Verhalten hat, fühlt man sich selbstsicherer. - Probanden wurde eine Liste von Eigennamen vorgelesen: Entweder 19 Namen von sehr berühmten Männern und 20 Namen von weniger berühmten Frauen, oder 19 Namen sehr berühmter Frauen und 20 von weniger berühmten Männern. Teilnehmer sollten einschätzen, ob die Liste mehr Männer oder mehr Frauen enthielt. Ca. 80% überschätzten den Anteil desjenigen Geschlechts mit den sehr berühmten Namen. 16.05.2016 Sozialpsychologie – Henrik Singmann – WiSe 2010/2011 – Session 4 18  Beispiel Buch SUVs  SUV = Sports Utility Verhicle 16.05.2016 Sozialpsychologie – Henrik Singmann – WiSe 2010/2011 – Session 4 19 Anker- und Anpassungsheuristik  Bestimmte Informationen (Nummern/Werte) bieten den Ausgangspunkt von dem aus wir Situationen bewerten und Einschätzungen tätigen. Studie von Tversky & Kahnemann: 1. Zuweisung einer Zufallszahl durch Glücksrad 2. Schätzen ob Prozentsatz der afrikanischen Staaten in der Uni über oder unter der Zahl liegt 3. Schätzen wie viel Prozent der afrikanischen Staaten in der Uno sind.  Ergebnisse zeigen deutliche Abhängigkeit der Schätzung von der Zufallszahl - Bei Zufallszahl von 45, Schätzung 65% - Bei Zufallszahl 10, Schätzung 25% 16.05.2016 Sozialpsychologie – Henrik Singmann – WiSe 2010/2011 – Session 4 20 Anker- und Anpassungsheuristik Unglücklicherweise auch Einfluss von Anker bei Experten:  Immobilienpreise  Gerichtsurteile 16.05.2016 Sozialpsychologie – Henrik Singmann – WiSe 2010/2011 – Session 4 21 Automatische Prozesse  Heuristiken und Schemata sind zwei Beispiele für automatische Prozesse  kontrollierte Prozesse: - bewusst, explizit - großer Aufwand, geringe Kapazität - langsam, sequentiell  automatische Prozesse: - unbewusst (niemals unterbewusst sagen!!), implizit - geringer Aufwand, große Kapazität - schnell, parallel 16.05.2016 Sozialpsychologie – Henrik Singmann – WiSe 2010/2011 – Session 4 22 Forschung an automatischen Prozessen Priming (deutsch: Bahnung; sagt niemand)  Aktivierung von (impliziten) Gedächtnisinhalten, beeinflusst folgende Informationsverarbeitung  Kann subliminal (unter der Wahrnehmungsschwelle) oder supraliminal (über der Wahrnehmungsschwelle) stattfinden.  Wird erklärt über den Aufbau des Gedächtnisses: Inhalte in Netzwerken gespeichert; aktivierte Knoten aktivieren verbundene Knoten („spreading activation“)  Arten: - semantisches/assoziatives/Kontext Priming - affektives/evaluatives Priming - Schema/Stereotyp Priming - Goal Priming 16.05.2016 Sozialpsychologie – Henrik Singmann – WiSe 2010/2011 – Session 4 23 Beispiel Priming Klassische Aufgabe: Lexikalische Entscheidung  semantisches Priming - sehr kurze Präsentation (< 50 ms) von einem Wort (Hund) beschleunigt das Erkennen von einem semantisch verwandten Word (Wolf)  assoziatives Priming - Aktivierung eines Wortes (Hund) erhöht Wahrscheinlichkeit, dass ein assoziiertes (Katze)  subliminales Priming kann nicht zaubern! 16.05.2016 Sozialpsychologie – Henrik Singmann – WiSe 2010/2011 – Session 4 24 Beispiel Priming  Aktivierung des Stereotypes „ältere Menschen“ (versus neutral) mit scrambled sentence task: Florida, old, grey, bingo, retired, traditional, bitter, obedient, alone ,…  Beispiel: is door grey bold the  AV: Zeit bis zum Fahrstuhl 16.05.2016 Sozialpsychologie – Henrik Singmann – WiSe 2010/2011 – Session 4 25 Nächste Woche lesen (ÄNDERUNG)  Bargh, J. A., & Chartrand, T. L. (1999). The unbearable automaticity of being. American Psychologist, 54, 462-479. http://heatherlench.com/wp- content/uploads/2008/06/bargh-chartrand.pdf  http://en.wikipedia.org/wiki/Subliminal_stimuli 16.05.2016 Sozialpsychologie – Henrik Singmann – WiSe 2010/2011 – Session 4 26 Weitere Grenzen des rationalen Denkens  Negativitäts Bias  Optimismus Bias  Kontrafaktisches Denken 16.05.2016 Sozialpsychologie – Henrik Singmann – WiSe 2010/2011 – Session 4 27 Negativitäts Bias  Größere Sensibilität gegenüber negativer Information  Möglicherweise evolutionäre Erklärung: Es scheint ratsam auf Gefahr besonders schnell zu reagieren  Mood in the crowd Paradigma 16.05.2016 Sozialpsychologie – Henrik Singmann – WiSe 2010/2011 – Session 4 28 Optimismus Bias  Wir erwarten, dass im großen und ganzen alles gut ausgeht  Bei für das Selbst relevanten Sachen halten wir uns für besser als der Durchschnitt  Wir vertrauen stärker unseren Überzeugungen und Urteilen als es angemessen ist. 16.05.2016 Sozialpsychologie – Henrik Singmann – WiSe 2010/2011 – Session 4 29 Planning fallacy  Wir tendieren dazu die Zeit die wir für etwas benötigen zu unterschätzen  Wir vergessen das alltägliche klein-klein beim planen und unterschätzen übermäßig wie lange wir für etwas brauchen 16.05.2016 Sozialpsychologie – Henrik Singmann – WiSe 2010/2011 – Session 4 30 Kontrafaktisches Denken  Was wäre gewesen, wenn … 16.05.2016 Sozialpsychologie – Henrik Singmann – WiSe 2010/2011 – Session 4 31 Kontrafaktisches Denken  automatischer Prozess, je mehr cognitive load, desto mehr kontrafaktisches Denken  Kontrafaktisches Denken kann scheinbar absurde Effekte erklären: - Silbermedaillengewinner sind unglücklicher als Bronzemedaillengewinner 16.05.2016 Sozialpsychologie – Henrik Singmann – WiSe 2010/2011 – Session 4 32 Zusammenfassung  Schema  Heuristiken  Automatische Prozesse  Priming  Negativity Bias  Optimistic Bias  Planning fallacy  Counterfactual Thinking 16.05.2016 Sozialpsychologie – Henrik Singmann – WiSe 2010/2011 – Session 4 33
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