Neu erfrischt für jeden Tag

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Neu A. W. Tozer erfrischt für jeden Tag 365- Andachten hänssler A.W. TO2ER Neu erfrischt für jeden Tag hänssler Bestell-Nr. 393.779 ISBN 3-7751-3779-3 ©…
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Neu A. W. Tozer erfrischt für jeden Tag 365- Andachten hänssler A.W. TO2ER Neu erfrischt für jeden Tag hänssler Bestell-Nr. 393.779 ISBN 3-7751-3779-3 © Copyright der amerikanischen Originalausgabe 1991 by Christian Publications, Camp Hill, Pennsylvania Originaltitel: Renewed Day by Day, Volume II Übersetzung: Stephan Zehnle © Copyright der deutschen Ausgabe 2002 by Hänssler Verlag, D-71087 Holzgerlingen Internet: www.haenssler.de E-Mail: info@haenssler.de Umschlaggestaltung: Carmen Knoll Titelbilder: MEV Satz: AbSatz, Klein Nordende Druck und Bindung: Ebner & Spiegel, Ulm Printed in Germany Die Bibelstellen wurden, soweit nicht anders angegeben, nach Luther 1999 zitiert. Vorwort Dieser zweite Band mit täglichen Andachten von Dr. A.W. Tozer soll neben dem ersten Andachtsbuch des Ver- fassers stehen. Die Herausgeber und der Verlag haben sorgfältig darauf geachtet, dass es keine Überschneidungen mit dem ersten Band gibt. Die einzelnen Abschnitte wurden zumeist aus den Ton- bandmitschnitten von Predigten Dr. Tozers entnommen, hie und da aber auch aus seinen Büchern und Beiträgen, die er für die Zeitschrift »Alliance Life« verfasste, als er deren Herausgeber war. Seine hilfreichen persönlichen Veranschaulichungen, Zeugnisse, geistlichen Anliegen und Gebete werden auf den Seiten dieses Buches ausge- breitet, um die Person Jesus Christus, unseren Heiland und Herrn, zu verherrlichen. Ich habe schon im Vorwort zum ersten Band geschrie- ben, dass Dr. Tozer seine Leser oft stark geistlich heraus- fordert. Da viel Material dieses zweiten Bandes von Dr. Tozer in den Jahren vor seinem Tod gesprochen oder geschrieben wurde, haben die Andachten eher einen war- nenden Ton und gelten mehr dem geistlichen Wachstum. Deshalb liegt auch ein besonderer Akzent auf der Bereit- schaft und Zubereitung des Christen für den Tag, da er seinem wiederkommenden Herrn und König begegnen wird. Gerald B. Smith Fort Myers, Florida 1. J ANUAR Ja, alles läuft schief — bis Jesus es in Ordnung bringt »... es hat Gott Wohlgefallen, dass ... er durch ihn alles mit sich versöhnte, es sei auf Erden oder im Himmel, in- dem er Frieden machte durch sein Blut am Kreuz.« (Kolosser 1,20) Männer und Frauen ohne Gott sind hilflose und hoff- nungslose menschliche Wesen. Wir tun gut daran, nicht zu vergessen, dass Sünde für die Natur des Menschen das- selbe ist wie Krebs für den menschlichen Körper. Wer will schon von der Tatsache wissen, dass die Sünde uns völlig ruiniert hat? Unsere fieberhafte Aktivität ist nur ein Zeichen dafür, dass mit uns etwas nicht in Ordnung ist - die Sünde hat uns in die Tiefe fallen lassen und uns mit der Sterblichkeit gezeichnet, so dass wir gewissermaßen immer in der Nähe des Grabes leben. Doch von Gott war das nicht so geplant. Ich weiß noch gut, wie ich einmal bei einer Konferenz zu reden hatte, die im Sommer stattfand. Man suchte da- bei Spaß und Vergnügen und wollte lustig sein. Nachdem ich geredet hatte, kam der Leiter der Konferenz zu mir und berichtete offen und ehrlich, wie seine Frau auf mei- nen Vortrag reagiert hatte. »Liebling«, hatte sie zu ihm ge- sagt, »wenn man Dr. Tozer hört, bekommt man den Ein- druck, als gäbe es nichts Gutes auf dieser Welt.« Nun, ich wusste, dass sie zu Hause eine Bibel hatte, und ich sah es ihr nach, dass sie eine jener törichten Fragen stellte, die für unsere Zeit typisch sind. Natürlich macht sich die Welt vor, dass es aus menschlicher Perspektive ge- sehen Dinge gibt, die man durchaus als gut bezeichnen kann - die uns aber nur für kurze Zeit zur Verfügung ste- hen. Vor Gott kann nichts als gut bezeichnet werden, das nicht den Prägestempel unseres Herrn Jesus Christus trägt! Männer und Frauen können Argumente vorbringen und Ausreden erfinden, aber dies ändert nichts an der Tatsache, dass wir in unserer modernen Lebenswelt völ- lig eingebunden sind in die drei Merkmale, die uns seit jeher bestimmen: Alles ist neu, zeitlich und vergänglich! Darum spricht der Heilige Geist zu uns und erinnert uns an Gottes Gesalbten, Jesus Christus, der aus der Ewigkeit kam und Mensch wurde. Der allmächtige Gott kam zu uns, um unter uns zu leben und uns zu erretten - und uns tatsächlich Ewigkeit zu schenken! 2. J ANUAR »Im Anfang« »Im Anfang war das Wort,... und Gott war das Wort.« (Johannes 1,1) Kein Mensch kann sich auch nur annähernd eine Vorstel- lung davon machen, was es heißt, dass Jesus Christus von ewiger Natur ist, eine Person, die unsere menschliche Un- zulänglichkeit, wie sie angesichts der Offenbarung Gottes sichtbar wird, nicht kennt. 7 Johannes zeigt uns in seinem Evangelium sehr schön, wer der ewige Jesus Christus ist, und Johannes setzt mit jenen schlichten, unbegreiflichen Worten ein: »Im An- fang ...« Liebe Leser, nur an dieser Stelle beginnen wir zu verstehen, wer Jesus Christus ist. Viele andere, die über diese Erde gegangen sind, haben eine ganze Reihe von Behauptungen aufgestellt, wer sie seien, aber nur Jesus Christus ist der Messias Gottes. Ganz gewiss waren das nicht Buddha oder Mohammed oder irgendwelche anderen Religionsstifter und Sektengrün- der. Ja, sie alle hatten auch ihren »Anfang« - aber auch ihr Ende. Welch unglaublicher Unterschied! Unser Leben als Christ nimmt seinen Anfang bei dem ewigen Sohn Gottes. Die- ser ist unser Herr Jesus Christus - das Wort, das am An- fang beim Vater war, das Wort, das Gott war, und das Wort, das Gott ist! Er ist der Einzige, der zu Recht be- haupten kann: »Niemand kommt zum Vater denn durch mich.« 3. J ANUAR Der Mensch hat Gott verloren »... nimmst du weg ihren Odem, so vergehen sie und werden wieder Staub.« (Psalm 104,29) Der normale Zeitgenosse - ein Mensch ohne Glauben, ohne Gott und ohne Hoffnung - ist das ganze Leben hin- durch in ein verzweifeltes Suchen und Ringen verwickelt. Er weiß nicht recht, was er hier überhaupt soll. Er weiß nicht, wohin er geht. Ja, alles, was er tut, geschieht in einer Zeit, die ihm nur geliehen ist, und mit dem Einsatz von Geld und Kraft, die er nur vorübergehend besitzt. Und er weiß bereits, dass am Ende seines Weges mit Sicherheit der Tod steht! Das Ganze läuft nur auf eines hinaus: auf das perplexe Ein- geständnis vieler Menschen, dass sie irgendwann einmal Gott verloren haben. Der Mensch, der als ein Wesen geschaffen wurde, das Gott ähnlicher ist als jede andere Kreatur, wurde zu einem Wesen, das Gott unähnlicher ist als jede andere Krea- tur. Dazu geschaffen, die Herrlichkeit Gottes widerzu- spiegeln, hat er sich missmutig in seine Höhle zurückge- zogen - und spiegelt dabei nur seine eigene Sündhaftigkeit wider. Sicher ist es die größte aller Tragödien, dass der Mensch die Liebe verloren hat. Doch er hat noch mehr verloren, nämlich das Licht auf seinem Weg. Nachdem er Gott ver- loren hat, stolpert er blindlings auf seinem Weg durch diese dunkle Welt voran, an dessen Ende er nichts als ein Grab findet! 4. JANUAR Retter und Herr »... aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glau- ben ... Gottes Gabe ist es.« (Epheser 2,8) Gott erwählte seinen eingeborenen Sohn zu dem einen Kanal, durch den seine Gnade und Wahrheit zu uns Men- schen kommt, wie ja Johannes bezeugt, dass »Gnade und Wahrheit ... durch Jesus Christus geworden« ist. Das Gesetz wurde durch Mose gegeben - aber das war alles, was Mose tun konnte. Er konnte Gerechtigkeit nur »befehlen«. Im Gegensatz dazu kann nur Jesus Christus Gerechtigkeit schaffen. Alles, was Mose konnte, war, uns zu verbieten zu sündi- gen. Im Gegensatz dazu kam Jesus Christus, um uns aus der Sünde zu erretten. Mose konnte niemanden erretten - aber Jesus Christus ist sowohl Retter wie auch Herr. Die Gnade kam durch Jesus Christus, ehe Maria im Stall von Bethlehem weinte. Es war Gottes Gnade in Christus, die die Menschheit vor der Vernichtung bewahrte, nach- dem das erste Elternpaar im Paradies gesündigt hatte. An der Geschichte Israels wird klar erkennbar, dass Gott seinem Volk immer wieder vergeben hat. Es war Gottes Gnade in Christus, die der Menschwerdung Jesu vorausging, die Gott sagen ließ: »Früh am Morgen stand ich auf und streckte meine Hände aus nach dir.« 5. J ANUAR Unser Fundament stammt von Gott »... auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen.« (Matthäus 16,18) 10 Wenn wir auch gut daran tun, alle großen Gestalten der Kirchengeschichte zu würdigen und Gott dafür zu dan- ken, dass Er sie uns geschenkt hat, so »folgen« wir doch keiner solchen Persönlichkeit nach. Das Fundament unse- res Glaubens geht all diesen voraus und ist anderswo ver- wurzelt. Zwar sehen wir die großen Männer und Frauen der Christenheit zu Recht als Führungspersönlichkeiten an, aber sie sind alle genauso Diener Gottes wie du und ich. Martin Luther säte, John Wesley begoss und Finney erntete - aber sie waren nur Diener des lebendigen Gottes. Mit unserer Gemeinde am Ort sind wir Teil der Kirche, die der Herr Jesus Christus gegründet hat und die Er durch das Geheimnis der neuen Geburt am Leben hält. Darum treffen und sammeln sich gläubige Christen, um den einen Namen und um Seine Gegenwart zu feiern und zu preisen. Deshalb ist auch aller Druck von uns gewi- chen, jener Druck und Zwang, den herkömmliche reli- giöse Formen mit sich bringen. Er weicht von uns, wenn wir uns im Glauben als Gottes Volk sammeb, um Seinen Namen zu verherrlichen und Seine Gegenwart zu preisen! Wenn all dies wahr ist - und alles spricht dafür -, dann können wir darauf bestehen, dass Gott für uns all das tun kann, was Er zur Zeit der Apostel getan hat. Das Funda- ment steht immer noch! ii 6. J ANUAR ja, Gott liebt uns »Lasst uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt.« (1. Johannes 4,19) Wenn wir eine Sicht unseres Lebens haben sollen, die be- friedigend und dauerhaft ist, dann muss sie uns von Gott gegeben werden. Das beginnt mit dem Bekenntnis, dass Er tatsächlich der Gott ist, der sich uns geoffenbart hat und der die eine Säule ist, auf der das ganze Universum ruht. Wenn wir das glauben, schreiten wir weiter und be- stätigen, dass wir erkannt haben, welche großen, ewigen Pläne und Vorhaben Er für Männer und Frauen hat, die nach Seinem Bilde geschaffen sind. Ich hörte einmal ein Interview, das ein großartiger kana- discher Schriftsteller im Radio gab. Darin ging es um die Bedingungen, unter denen wir auf dieser Welt leben. Er sagte: »Ich muss gestehen, dass es unser größter Fehler ist, dass wir in die Vorstellung vernarrt sind, wir Menschen seien die Lieblingstiere eines allmächtigen Gottes und dass Gott eine ganz besondere Zuneigung zu uns hat.« Darauf haben wir eine gute Antwort: Der Mensch war so, wie er ursprünglich geschaffen wurde, Gottes Gelieb- ter. In diesem Sinne ist der Mensch auf der Welt ein einzig- artig geliebtes Wesen. Gott schuf den Menschen zu Sei- nem Bilde, und der Mensch ist über alle anderen Ge- schöpfe erhaben. Der erlöste Mensch steht sogar über den Engeln im Himmel. Er soll als Begnadigter ohne Fehl und Tadel in Gottes Gegenwart eintreten, um Ihn zu preisen 12 und Sein Angesicht zu schauen. Darum ist es kein Wun- der, wenn wir glauben, dass Gott das einzig sichere Fun- dament ist! 7. J ANUAR Der Reichtum Seiner Gnade Gott »hat ... in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn,... durch den er auch die Welt gemacht hat.« (Hebräer 1,2) Würde es dich erschrecken, wenn ich es wagte zu sagen, dass der lebendige Gott in Seinem Universum nichts getan hat, was Er nicht durch Jesus Christus getan hat? Christen scheinen traurigerweise keine Ahnung von der ganzen Bedeutung und vom ganzen Umfang der Gnade Gottes zu haben. Warum sollten wir Gottes Fürsorge in Frage stellen, wenn uns der Heilige Geist durch den Apos- tel Johannes sagt, dass das Wort, das Fleisch ward, »voll Gnade und Wahrheit« ist? Ja, die Sterne in ihrer Bahn, die Frösche, die am Teich quaken, die Engel im Himmel und Männer und Frauen auf der Erde - sie alle entstammen dem, was man »das ewige Wort« nennt. In seiner Offenbarung berichtet Johannes, dass das ganze Universum das Lamm würdigt, das geschlachtet wurde. Unter der Erde, auf der Erde und über der Erde hörte Johannes, dass Geschöpfe Jesus Christus priesen und alle sich zu einem riesigen Chor zusammenfanden: »Das Lamm, das geschlachtet ist, ist würdig, zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis und Lob.« Ja, gewiss genießt das gesamte Universum Gottes gro- ßen Reichtum in Jesus Christus! 8. J ANUAR Wohltaten der Gnade »jetzt aber in Christus Jesus seid ihr... Nahe geworden durch das Blut Christi.« (Epheser 2,13) Nur ein gläubiger Christ kann bezeugen: »Ich bin ein Sün- der - durch Gottes Gnade gerettet!« Aber das ist nicht die ganze Geschichte. Alles, was wir haben, stammt aus Sei- ner Gnade. Jesus Christus, das ewige Wort, das Fleisch ward und unter uns wohnte, ist der offene Verbindungs- kanal, durch den Gott uns alle Seine Wohltaten schenkt, sowohl den Heiligen wie auch den Sündern - ja, auch den Sündern! Selbst wenn du nicht bekehrt bist und deine eigenen Wege gehst, hast du schon viel aus der Fülle Seiner Wohl- taten empfangen. Du hast das pulsierende Leben bekom- men, das in deiner Brust schlägt. Du hast ein hervorragendes Denkvermögen und das Gehirn bekommen, ohne das du nichts tun könntest. Du hast ein Gedächtnis erhalten, das die Erinnerungen, die du magst, aneinander fügt wie ein Juwelier Perlen zu einer Halskette aneinander reiht. Wenn wir zu einem ungläubigen Menschen sagen: »Glaube an Jesus Christus«, dann sagen wir eigentlich: »Glaube an den Einen, der dich erhält, der dich schützt und der dir das Leben gegeben hat. Glaube an den Einen, der sich deiner erbarmt, der dich verschont und bewahrt. Glaube an den Einen, von dem du stammst!« 9. J ANUAR Gottes Gnadentat »... das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns.« (Johannes 1,14) Wir tun gut daran, uns dessen zu erinnern, dass die Menschheit nur ein Teil der Geschöpfe Gottes ist. Dann wundern wir uns: Wie konnte der Unendliche endlich wer- den? Und: Wie konnte der Eine, der ohne Beschränkungen existiert, freiwillig Beschränkungen auf sich nehmen? Aus dem Hebräerbrief erfahren wir zu unserem Erstau- nen, dass Gott sich nicht der Engel annimmt, sondern der Kinder Abrahams. Eigentlich sollte man annehmen, dass Gott, wenn Er sich herablässt, sich so wenig wie möglich herablässt. Doch stattdessen begibt Er sich auf die unterste Stufe und nimmt das Wesen Abrahams an - der Kinder Abrahams. Ich mag das, was John Wesley im Blick auf jenen ge- heimnisvollen Vorgang sagte, dass Gott sich auf die Stifts- hütte zu uns herabbückt: Wir sollten den Vorgang selbst unterscheiden von der Art und Weise, wie er vonstatten ging. Wesley riet, eine Tatsache nicht deshalb zu vernei- nen, weil wir nicht wissen, wie sie zustande kam. Mit den Heiligen aller Zeiten tun wir gut daran, einfach unsere Hände zu erheben und zu bekennen: »O Herr, Du weißt es!« 10. J ANUAR Gnade kann teuer sein »... denn es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade... Die Gnade sei mit euch allen!« (Hebräer 13,9.25) Unter Christen trifft man immer wieder auf solche, die alles so leicht haben wollen wie nur möglich, die auch im Reich Gottes »alles umsonst« haben wollen. Redet man mit ihnen darüber, so kontern sie: »Gibt es denn die Gnade nicht umsonst?« Das hängt ganz davon ab, von welcher Gnade wir re- den. Pastor Dietrich Bonhoeffer gab sein Leben als Märtyrer im Hitler-Deutschland, aber er hinterließ ein Buch, das heute überall auf der Welt bekannt ist; es trägt den Titel »Nachfolge«. Darin betont er deutlich den Unterschied zwischen »billiger Gnade« und »teurer Gnade«. Obwohl Gottes Gnade uns Menschen, die wir sie nicht verdienen, frei und unentgeltlich gegeben wird, meinte Bonhoeffer zu Recht, dass diese Gnade »teure Gnade« genannt werden 16 sollte, weil sie unseren Herrn Jesus Christus das Leben ge- kostet hat. Einige Menschen haben freilich Gottes Gnade in Laszi- vität verkehrt. Sie wissen nicht, was das Wort »Gnade« be- deutet: nämlich dass Gott uns aus Seiner reichen und vol- len Güte beschenkt, obwohl wir dessen nicht wert sind. Wenn ich über die Gnade Gottes predige und ausführe, dass Jesus uns anwies, unser Kreuz auf uns zu nehmen und ihm nachzufolgen, so antworten diejenigen, die die Bedeutung der Gnade nicht kennen: »O, jetzt verkündigt er Gesetzlichkeit.« 11. J ANUAR Mit Christus vereint »... wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesus Christus.« (1. Johannes 5,20) Der Geist Gottes hat mich dazu angetrieben, viel über die bewusste Gemeinschaft eines Gläubigen mit Christus zu predigen und zu schreiben - eine Gemeinschaft, die man fühlen und erfahren muss. Dies ist für mich ein uner- schöpfliches Thema: die Gemeinschaft eines Menschen mit dem Heiland, die bewusste Gemeinschaft eines gläu- bigen Herzens mit Jesus. Damit klar ist: Ich rede nicht nur von einer »theologi- schen Vereinigung«. Ich spreche von einer bewussten Ge- meinschaft, einem Zusammenschluss, den man spürt und tatsächlich erfährt. Ich habe mich nie davor gescheut, in Versammlungen und Gottesdiensten zu bezeugen, dass ich Gefühle sehr ernst nehme. Ich glaube, dass es das gibt, was Jonathan Edwards als »religiöses Gefühlsleben« bezeichnete. Dafür ist der Mensch geschaffen. Ich bin mir auch dessen bewusst, dass es - von Gott her gesehen - in Gottes Existenz Wesenszüge gibt, die man nur mit dem Herzen, nie mit dem Intellekt erfahren kann. Vor langem schrieb Johannes: »Daran haben wir die Liebe erkannt, dass er sein Leben für uns gelassen hat« (i. Johannes 3,16). Daher ist es am besten, wenn wir als Menschen eingestehen, dass wir Schwierigkeiten haben, zu erfassen, was Gott meinte, als Er sagte, dass Er uns liebt! 12. J ANUAR Wie gehen wir mit der Sünde um? »Denn der Sünde Sold ist der Tod; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn.« (Römer 6,23) Viele Prediger betonen so stark die freie Gnade, die um- sonst gegeben wird, dass der Eindruck entsteht, die Sünde sei keine ernst zu nehmende Sache und Gott kümmere sich nur sehr wenig darum. Man bekommt dann den Eindruck, es ginge Gott ledig- lich darum, dass wir die Folgen der Sünde nicht zu spüren bekämen. 18 Das Evangelium ist dann, wendet man es praktisch an, eigentlich nur noch ein Mittel, durch das man um die Früchte herumkommt, die aus unserer Vergangenheit er- wachsen. Aber ein Herz, das das Gewicht der eigenen Sünde ge- spürt und die erschreckende Reinheit des allerhöchsten Gottes erkannt hat, kann nicht glauben, dass eine Bot- schaft der Vergebung, die das Leben nicht grundstürzend umwandelt, eine froh machende Botschaft ist. Die Vergan- genheit eines Menschen zu tilgen und sein jetziges Leben nicht zu ändern, heißt, gegen seine moralische Aufrichtig- keit zu verstoßen. Doch bei solch einer Sache macht Gott nie mit! Denn einem Sünder das Geschenk der Errettung anzubieten, das in dem Werk Jesu Christi begründet ist, und ihm zu- gleich die Vorstellung zu geben, dass mit diesem Geschenk keine moralische Verpflichtung verbunden ist, heißt, ihn stillschweigend an der Stelle zu verletzen, an der es ihn am meisten schmerzt. 13. J ANUAR Grenzenlose Liebe »Ich habe dich je und je geliebt.« (Jeremia 31,3) Einmal schrieb ich darüber, wie sehr Gott uns liebt und wie viel wir Ihm wert sind. Ich war mir nicht sicher, ob ich das tatsächlich zu Papier bringen sollte - doch Gott wusste, wie ich es meinte. 19 Ich schrieb: »Das einzig Merkwürdige, das ich im Her- zen Gottes entdecken kann, ist die Tatsache, dass ein Gott, der so ist wie Er, Sünder lieben sollte, die so sind wie wir!« Eine Mutter wird ihren Sohn immer lieben, selbst wenn er sie betrogen und beschämt hat und auf dem Weg ins Gefängnis ist. Das scheint für eine Mutter sehr natürlich zu sein. Aber die Liebe Gottes ist nichts Natürliches. Sie ist göttlich. Der Gott aller Gnade hat in seinem Herzen einen äußerst starken Drang, seine Liebe auszudrücken. Darum wartet Er auf uns, lässt sich viel von uns gefallen, darum will Er uns leiten - Er liebt uns! Liebe Leser, das ist wohl die stärkste Ermutigung ange- sichts all dessen, was wir über uns selbst wissen: Go
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