History of the Parabellum Pistol in Switzerland

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Die Geschichte der Parabellum-Pistole in der Schweiz Reinhard Kornayer Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck auch auszugsweise sowie das Übersetzen in fremde Sprachen verboten. Copyright 1970 Reinhard Kornmayer Erschienen im Selbstverlag des Verfassers: Reinhard Kornmayer D-7700 Singen (Hohentwiel) Theodor-Hanloser-Straße 9 Vorwort Das Studium der Geschichte der Parabellum-Pistole in der Schweiz war hochinteressant und hat mir viel Freude gemacht. Zu einem Zeitpunkt, zu dem in vielen Ländern die W
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  Die Geschichte der Parabellum-Pistole in der Schweiz Reinhard Kornayer  Alle Rechte vorbehalten.Nachdruck auch auszugsweise sowie das Übersetzen in fremde Sprachen verboten. Copyright 1970 ReinhardKornmayer Erschienen im Selbstverlag des Verfassers: Reinhard Kornmayer D-7700 Singen (Hohentwiel)Theodor-Hanloser-Straße 9 Vorwort Das Studium der Geschichte der Parabellum-Pistole in der Schweiz war hochinteressant und hat mir viel Freudegemacht. Zu einem Zeitpunkt, zu dem in vielen Ländern die Waffengesetzgebung einschneidend verschärft wird, war esein wehmütiger - Genuß zu erfahren, wie ein freies und demokratisches Volk mit der Waffe leben kann. Die Beziehungdes schweizerischen Volkes zur Waffe dürfte wohl einmalig in der Welt dastehen.Sicherlich darf man sagen, daß die Schweiz neben Deutschland den bedeutendsten Platz in der gesamten Geschichteder Parabellum-Pistole einnimmt, war sie doch über fünf Jahrzehnte hinweg die maßgebende Faustfeuerwaffe sowohlin der Armee als auch bei staatlichen Behörden und selbstverständlich bei den Sportschützen.Der nachfolgende Bericht erhebt keinen Anspruch auf absolute Vollständigkeit und läßt vielleicht die eine oder andereFrage offen. Die meisten Fragen konnten aber durch Mithilfe von Waffen-Sammler-Kollegen und von staatlichen Stellengeklärt werden und haben es mir möglich gemacht, den Bericht in dem vorliegenden Umfang zu erstellen.Für die zur Verfügung-Stellung von Unterlagen und für die Mithilfe bei den Nachforschungen möchte ich michbesonders bedanken bei:der Eidgenössischen Waffenfabrik, BernHerrn Edmund Fasnacht-Roth, BernHerrn Fritz Häusler, Frauenfeldder Kriegstechnischen Abteilung, BernHerrn H. L. Visser, HollandHerrn August Weiss, Oberndorf Herrn K. Zimmermann, Luzern (Schützenweltmeister)an Literatur standen mir zur Verfügung: Das Schießwesen in der Schweiz 1955 Histoire et description de I'arme a feu en Suisse , C. Bosson Schweizerisches Schützenbuch 1943 Schweizerisches Militäramtsblatt div. Jahrgänge Die Parabellum-Pistole von Hauptmann a. D. Otto Morawietzerschienen im Deutschen Waffen-Journal 12/65 und 1166 Luger Variations von Harry E. Jones, USA Luger Journal von Robert B. Marvin, USA, div. Hefte Die Schiesskunst 1942, von Weltmeister K. ZimmermannSingen (Hohentwiel)im Dezember 1969 Reinhard Kornmayer   Die Geschichte der Parabellum-Pistole in der SCHWEIZ In der Reihe der vielen Länder, in denen die Parabellum-Pistole im Laufe ihrer Geschichte Einsatz als Ordonnanz-, alszivile Schutz- oder auch als Sportschützenwaffe ,gefunden hatte, nimmt die Schweiz eine ganz besondere Stellung ein. Als erstes Land überhaupt, also vor Deutschland, dem Mutterland der Parabellum-Pistole, hatte die Schweiz den Wertder Parabellum-Pistole erkannt und diese bereits um die Jahrhundertwende als offizielle Bewaffnung für die Offiziereihrer Armee aufgenommen. Im Jahre 1898 wurde die von Georg Luger verbesserte Borchardt-Pistole patentiert, undunverzüglich versuchten die Deutschen Waffenund Munitionsfabriken in Berlin (DWM), diese neuartige undvielversprechende Pistole den verschiedensten Ländern Europas, Nord- und Südamerikas als Armeewaffe zuverkaufen, und sicherlich war die Annahme dieser Pistole durch die schweizerische Armee ein sehr guter Start und eineerstklassige Referenz für die DWM.Den nächsten wesentlichen Punkt in der Geschichte der Parabellum-Pistole erbringt die Schweiz dadurch, daß sie alsletzte diese Pistole produziert. Bereits seit 1917 produzierte die Schweiz ihren Bedarf an Parabellum-Pistolen selbst inder Eidgenössischen Waffenfabrik in Bern, und die Produktion endete erst 1948, also viele Jahre nachdem dieMAUSER-Werke in Oberndorf als letzte Produktionsstätte in Deutschland die Herstellung aus Kostengründen einstellenmußte. Wohl die gleichen Gründe waren auch maßgebend für die Einstellung der Produktion in der Schweiz, denn ab1949 wurde eine von dem Konstrukteur Petter speziell für die Schweiz entwickelte Selbstladepistole als Ersatz für dieParabellum-Pistole zur Bewaffnung der Armee eingeführt.Den dritten bedeutenden Punkt bringt die Schweiz in die Geschichte der Parabellum-Pistole dadurch ein, daß dieParabellum-Pistole innerhalb der Schweiz nicht nur eine reine Armeewaffe war, sondern auch in vielen Gebieten der staatlichen Verwaltung Verwendung fand, wie z. B. beim Zoll und bei der Polizei und letztlich nicht zu vergessen übetJahrzehnte hinweg eine ausserordentliche beliebte Pistole der Sportschützen war und noch heute ist.Wenn man die Bedeutung der Waffe als solche in der Schweiz untersucht, dann kommt man zu erstaunlichenErgebnissen. Seit der Zeit WILHELM TELL'S, der vor hunderten von Jahren seine unerschütterliche Ruhe bewahrte undim Umgang mit der Waffe ein wirklicher Meister war, ist dieses Beispiel den Schweizern in Fleisch und Blutübergegangen. Neben der Notwendigkeit zur Verteidigung ihres Landes wurde das Schießen zum Nationalsport in der Schweiz.So haben denn auch die schweizerischen Teilnehmer an internationalen Schützenwettkämpfen, in denen sie vielfachals Sieger hervorgegangen sind, der ganzen Welt bewiesen, daß sowohl das Schießen mit den vorzüglichen Armeewaffen als auch das sportliche Schießen in der Schweiz auf höchster Stufe steht.Durch das ungewöhnliche System der Wehrpflicht in der Schweiz wird die gesamte männliche Bevölkerung über Jahrzehnte ihrer Wehrfähigkeit hinweg erfaßt und steht dauernd mit der Waffe in Verbindung. Nicht umsonst befindetsich sozusagen in jedem schweizerischen Haus eine Schußwaffe mit der dazugehörigen Munition, jederzeit griffbereit,um die Freiheit und Unabhängigkeit ihres Landes zu verteidigen. Die Schweiz darf stolz sein auf dieses Zeugnis desVertrauens. wie es wohl in keinem Land der Welt existiert, ist doch der Besitz einer Waffe für einen jeden Symbol desfreien Mannes. Vorgeschichte Zu Ende des 19. Jahrhunderts sahen sich die zuständigen Stellen der schweizerischen Armeeverwaltung veranlaßt,nach einer neuen Faustfeuerwaffe für ihre Armee zu suchen. Die unzulänglichen Bedingungen, unter denen einRevolver die durch die Explosion der Ladung erzeugten Gase verwendet, gaben immer wieder Anlaß, nach einer besseren Waffe zu suchen. Der Revolver, Modell 1878, war zudem nie eine geschätzte Waffe, so daß dieMilitärbehörden daran dachten, ihn so bald wie möglich durch eine zufriedenstellendere Waffe zu ersetzen.Die waffentechnische Entwicklung brachte zu dieser Zeit bereits ausgezeichnete Revolversysteme hervor und auch inder Schweiz hatte man mit dem Revolver-Modell 1882 von Schmidt-Galand eine für damalige Verhältnisse brauchbareund einwandfrei funktionierende Ordonnanzwaffe. Aber in den Jahren etwa ab 1890 setzte eine Welle von neuenEntwicklungen und Konstruktionen ein, und vor allem Konstruktionen von Selbstladepistolen erschienen auf dem Marktund vcrsuchten durch ihre vielfältigen Vorteile die Revolver zu verdrängen.Im Jahre 1897 wurde eine vom Chef der 'technischen Dienste der Eidgenössischen Kriegsmaterialverwaltungpräsidierte Kommission ernannt mit dem Auftrag des Studiums neu erschienener Pistolenkonstruktionen, um einebrauchbare Pistole für die Armee zu finden. Vom 24. November bis B. Dezember 1898 wurden in Bern Versuchedurchgeführt. Es wurden die Pistolen von Borchardt-Luger, Mauser, Bergmann, Roth und Männlicher geprüft. Jededieser Waffen wurde in verschiedenen Punkten getestet und entsprechend dem Ergebnis nach einem Punktesystembewertet. Aus diesen Versuchen kristallisierten sich die Konstruktionen von Borchardt-Luger und Männlicher heraus, während dieanderen Konstruktionen dahinfielen.Eine weitere Prüfung wurde dann vom 1. bis 3. Mai 1'899 abgehalten, wobei zu den letztgenannten Pistolen noch dieKonstruktionen von Hauff und Drowning hinzugezogen wurden. Diese äusserst gründlichen weiteren Versuche zeigtendie augenscheinliche Überlegenheit der von den Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken erzeugten Borchardt-Luger-Pistole. Selbst bei den Staub- und Wasserprüfungen war sie die einzige Pistole ohne Versager. Als einzige Änderung gegenüber der vorliegenden Pistole verlangte die Kommission zur automatischen Sicherungzusätzlich eine weitere mechanische Sicherung. Zum Zeitpunkt der Annahme der Borchardt-Luger-Pistole in der Schweiz als offizielle Armeewaffe haben die DWM in Berlin erkannt, daß diese Pistole aufgrund ihrer hervorragendenKonstruktion doch sehr gute Absatzchancen haben wird und gaben der Pistole fortan die Bezeichnung „PARABELLUM-PISTOLE“. Man wollte der Pistole einen kurzen und einprägsamen Namen geben und verwendete hierzu die bereits gut  bekannte Telegrammanschrift der DWM, die ebenfalls - Parabellum - lautet. Dieses Wort hat die DWM einem altenrömischen Zitat entnommen: „Si vis pacem para bellum“, was frei ins Deutsche übersetzt heißt: Willst du den Frieden,dann sei jederzeit bereit zum Kriege. Versuchsserie Modell 1899 (Gebrauchstest) Eine Serie von 50 Parabellum-Pistolen, die von November 1899 bis März 1900 in militärischen Kursen und vonSchützengesellschaften erprobt wurden, bestätigten in allen Punkten die wirklichen Qualitäten der neuen Waffe, so daß jedermann die von einer guten Kriegs- und Schützenstandwaffe geforderten Bedingungen erfüllen konnte.Diese Vorserie von 50 Pistolen unterschied sich nur unwesentlich von den später offiziell gelieferten Pistolen. Siewiesen noch keine Beschuß- oder Abnahmestempel auf und es war auch noch kein Firmenzeichen von DWMeingraviert. Als einziges äußeres Merkmal dafür, daß es sich um eine Versuchswaffe für die Schweiz handelt, wurde auf der Hülsenoberseite tief von Hand ein schweizerisches Kreuz eingraviert.Nach voller Bestätigung der Parabellum-Pistole in der Erprobung der Vorserie schlug daher die Kommission einhelligdem Eidgenössischen Militärdepartement die Annahme der automatischen Pistole von Borchardt-Luger als Ersatz für die Revolver Modell 1878 und 1882 vor. Ordonnanzpistole Parabellum Modell 1900 Durch Bundesratsbeschluß vom z. April 1901 wurde die Annahme der Parabellum-Pistole als Armeewaffe offiziellbestätigt.Bald darauf erhielten die DWM den ersten Auftrag zur Lieferung von Parabellum-Pistolen, so daß die Ausgabederselben an die Armee ab 1903 erfolgen konnte. Diese Pistolen erhielten die offizielle Bezeichnung „OrdonnanzpistoleParabellum Mod. 1900“.Zu dem Zeitpunkt, als die Parabellum-Pistolen ausgegeben wurden, waren sowohl die Revolver Modell 18'82 als auchnoch das ältere Modell 1878 im Dienst. Es wurde den Offizieren freigestellt, ihren Revolver gegen eine Parabellum-Pistole umzutauschen, mußten aber in einem solchen Falle 20 Franken privat zuzahlen. Wollten die Offiziere zusätzlichihren bisherigen Revolver behalten, so war dies möglich durch weitere private Zuzahlung von 20 Franken. Später ließman diesen Modus fallen, sicherlich auch deshalb, weil ab 1905 auch die höheren Unteroffiziere die Parabellum-Pistoleals Ordonnanzwaffe erhielten. .Von 1903 bis 1906 wurden insgesamt 5000 Pistolen vom Modell 1900 geliefert und an die Armee ausgegeben (lt.Militäramtsblatt „Militärorganisation“ 1908 - 1924, Seite 241). Die Pistolen waren fortlaufend numeriert von 1 bis 50'00,und alle trugen das Inspektionszeichen des Abnahmebeamten Vögeli (V). Außerhalb dieser Serie kamen später nochmals 100, Pistolen des Typs 1900 zur Ausgabe, die jedoch in der Serien-Numerierung an die ersten 50'00 Stückanschlossen, zusätzlich zur Serien-Nummer aber den Buchstaben A trugen (5'001 A-5100 A). Ordonnanzpistole Modell 1906 - DWM - Bald darauf wurde das Parabellum-Modell 1900 von den DWM leicht verbessert bzw. modifiziert. Zum Beispiel wurdedie Verschlußfeder - bisher eine Blattfeder - nunmehr durch eine Schraubenfeder ersetzt, die Kniegelenkknöpfe wurdennicht mehr schräg angefräst sondern gerade belassen, der Kammerverschluß und der Auszieher wurden geändert, dieKniegelenkbolzensperre fiel weg etc. Diese veränderte Parabellum-Pistole erhielt fortan die Bezeichnung „Modell 1906“und die Bestellungen aus der Schweiz wurden ab 1907 mit diesem Modell ausgeliefert.Im Laufe der Jahre bis zum Anfang des ersten Weltkrieges wurden von dieser Serie an die Schweiz insgesamt 10215Stück geliefert. Die Serien-Nummern schlossen an die Pistolen vom Modell 19.0'0 an und laufen von 5001 bis 15215.Die Pistolen mit den Serien-Nummern 5001 bis etwa 1'0030 tragen auf dem Hülsenkopf das gleiche schweizerischeHoheitszeichen wie das Modell 1900, ab etwa Serien-Nummer 10000 bis zur Endnummer 15215 erhielten sie dann einetwas verändertes Hoheitszeichen, ebenfalls das schweizerische Kreuz, jetzt aber umrahmt von einem Wappenschild,entgegen dem früheren Strahlenkranz. Dieses Zeichen ist auch wesentlich tiefer eingraviert wie das frühere. Alle Pistolen der Serien 1900 und 19'06 waren erstklassig gearbeitet und boten ein hervorragendes finish und hatteneine prächtige Brünierung nach der alten, aufwendigen Methode der DWM. Nicht umsonst erhielt die Parabellum-Pistoleauf einer damaligen Industrieausstellung einen Preis für besonders gelungene Formgebung und ausgezeichneteVerarbeitung. Leider mußte die DWM später aus Kostengründen ihre Brünierungsmethode aufgeben und durchchemische Verfahren ersetzen. Ordonnanzpistole Modell 1906 Waffenfabrik Bern Während der Kriegsjahre 1914-1918 waren die DWM und die Königliche Gewehrfabrik in Erfurt mit Hochdruck für denEigenbedarf der Deutschen Kaiserlichen Armee beschäftigt und konnten in diesen Jahren keine Aufträge aus dem Ausland zur Lieferung von Parabellum-Pistolen annehmen. Aber gerade zu dieser Zeit sah sich die Schweiz gezwungen, ihre Armee in vollem Umfang mit modernenHandfeuerwaffen auszurüsten und konnte auf weitere Lieferungen von Parabellum-Pistolen nicht verzichten. Ein Ausweg wurde dadurch gefunden, daß die Schweiz mit den DWM einen Lizenzvertrag schloss und fortan ihren Bedarf an Parabellum-Pistolen selbst produzierte. Hersteller wurde die Eidgenössische Waffenfabrik in Bern, die dann Anfang1917 die Produktion der Parabellum-Pistole anlaufen ließ.Zunächst wurde das Modell 1906 unverändert gebaut, es unterschied sich technisch nicht von den von DWMgefertigten Stücken. Die Griffschalen erhielten einen etwa 5 mm breiten, glatten Rand, entgegen den bisherigen, die  über die ganze Fläche mit Fischhaut versehen waren. Der Hülsenkopf wurde nicht mehr mit dem Hoheitszeichenversehen und statt dem DWM Firmenzeichen auf dem hinteren Kniegelenk wurde nun in vollem Wortlaut „WaffenfabrikBern“ mit einem kleinen schweizerischen Kreuz darüber eingraviert. Als Typenbezeichnung erhielten diese Pistolen die Bezeichnung „Ordonnanzpistole Parabellum 1906 WaffenfabrikBern“, die Ausgabe dieser Pistolen, an die Armee erfolgte ab Frühjahr 1918.Zwar waren die Pistolen der Waffenfabrik Bern ebenfalls sehr gut gearbeitet, boten aber im Gesamten doch nicht dashervorragende finish der von DWM gefertigten Stücke der Serien 1900 und 1906. Gleichzeitig wie DWM ihre alteBrünierungsmethode aus Kostengründen verlassen mußte, versuchte auch die Waffenfabrik Bern verschiedeneeinfachere Brüniersysteme. Das sogenannte „Broncierverfahren“ oder auch „Kratzbrünieren“ genannt war eben einfachzu aufwendig und wurde von der Waffenfabrik Bern aufgegeben und durch chemische Verfahren ersetzt. DurchÜberschneidungen beim Wechsel mit den Brünierverfahren kam es dann hin und wieder vor, daß innerhalb einer Waffedie Teile nach verschiedenen Methoden brüniert waren, z. B. hat eine Pistole dieser Serie mit der Nummer 26676 amLauf und Gabelgehäuse eine bräunliche und an den übrigen Teilen eine bläuliche Brünierung.Ebenfalls aus Vereinfachungsgründen findet man zum Ende der Produktion dieser Serie noch eine kleine Änderung.Der Verstärkungsrand an der Deckplatte wurde in voller Höhe der Deckplatte belassen, wogegen dieser vorher auf diehalbe Höhe der Deckplatte abgeschliffen wurde. Diese Änderung kann man etwa ab Serien-Nummer 27500 feststellen.Insgesamt stellte die Waffenfabrik Bern vom Typ „1906 Waffenfabrik Bern“ 17874 Stück her und trugen die an dasModell 1906 von DWM anschließenden Serien-Nummern 15216 bis 33089. Ordonnanzpistole Modell 06/29 Waffenfabrik Bern Die Parabellum-Serie „„1906 Waffenfabrik Bern“ lief in der Produktion bis zum Ende der '20er Jahre. Dann nahmen dieKonstrukteure der Eidgenössischen Waffenfabrik einige wesentliche Änderungen an der Parabellum-Pistole vor, dieschon rein optisch sofort auffallen. Die Veränderungen waren im wesentlichen folgender Art:Das Griffstück lief beidseitig nach unten gerade aus, war also nicht mehr wie bisher leicht geschwungen, der Lage inder Hand angepaßt. Die Kniegelenkknöpfe waren seitlich glatt und nicht mehr geriffelt, anscheinend genügte dieGriffigkeit der glatten Kniegelenkknöpfe beim Durchziehen auch in dieser Form. Der Sicherungshebel wurde geringfügigverändert und die Hülse war abgesetzt, nach vorne dem Lauf rund angepaßt, rückwärtig kantig wie bisher. DieGriffschalen bisher aus Holz, wurden nunmehr aus Kunststoff gefertigt. Als letzte wesentliche Änderung wurde der Visiereinschnitt statt früher v-förmig jetzt in der u-Form gehalten. Diese Änderung war zweifellos eine Verbesserung. Die Zweckmäßigkeit dieser Visiereinschnittänderung wird sicherlich auchdadurch bestätigt daß man in der Schweiz über die Hälfte aller Pistolen vom Modell 1900 und 1906 vorfindet, bei denenspäter der Visiereinschnitt auf u-förmig ausgefeilt wurde. Solche Veränderungen waren ursprünglich in der Armeeunzulässig, wurden aber nach Einführung des Modells 06/'29 geduldet und wurden üblicherweise auch von Schützennach dem Obergang der Pistole von Armeedienst in den Privatbesitz vorgenommen.Diese von der Eidgenössischen Waffenfabrik Bern verändert produzierte Parabellum-Pistole erhielt die Bezeichnung:„Ordonnanzpistole Parabellum 06/29 Bern“, und wurde ab 1929 an die Truppe ausgegeben. Von 1929 bis zumProduktionsende im Jahre 1948 wurden für die Armee insgesamt 27930 Pistolen des Typs 06/29 produziert und trugendie Serien-Nummern 50011 bis 77941. Neben der Produktion für die Armee wurden zum ersten Mal auch eine kleineMenge von Parabellum-Pistolen für den zivilen Markt hergestellt. Die Details hierüber werden im später folgenden Teilüber die commerziellen Parabellum-Pistolen in der Schweiz behandelt.Zu den von der Eidgenössischen Waffenfabrik Bern produzierten Parabellum-Pistolen wäre noch zu bemerken, daßdiese Pistolen auf verschiedenen Teilen werkseitig angebrachte Kontrollzeichen tragen. Sehr oft findet man dieBuchstaben - CN - mit -einem kleinen Kreuz. Dieser Stempel ist ein Materialprüfzeichen und bedeutet, daß dieses Teildie Werk-Fertigungskontrolle passiert hat und für gut befunden wurde. Bei Stichprobenkontrollen tragen nur diejenigenTeile dieses Zeichen, die effektiv geprüft worden sind. Die Buchstaben CN sind die Abkürzung für „Chrom-Nickel-Stahl“(heute veraltet) und weisen darauf hin, daß an solchen Teilen innerhalb gewisser Grenzen Richtarbeit im kalten Zustandzulässig ist, beispielsweise zur Regulierung der Abzugsfunktion. Fehlt dieses Zeichen, so besteht das Teil ausunlegiertem Stahl von bedeutend größerer Sprödigkeit und darf folglich nicht gerichtet werden.Für gewisse Teile der Parabellum-Pistole 06/29 war die SIG (Schweizerische Industrie-Gesellschaft Neuhausen)Zulieferant und lieferte z. B. weißfertige Griffstücke. Solche Teile kann man als Produkt der SIG daran erkennen, daßdiese ein Materialprüfzeichen der SIG tragen, den Buchstaben -N- durchkreuzt horizontal von der Silhouette einesKarabiners.Wie schon vorher wiederholt erwähnt lief die Produktion der Parabellum-Pistole in der Schweiz 1948 aus, und wurdedurch die Selbstladepistole - P 49 - System Petter ersetzt. Diese Pistole wurde fortan von der SIG produziert, dieWaffenfabrik Bern fertigt seit Einstellung der Parabellum-Produktion keine Faustfeuerwaffen mehr. Übergang der Ordonnanzpistole von Armee in Privatbesitz  Alle Parabellum-Pistolen, die bei der Armee als Ordonnanzwaffe in Dienst waren und später aufgrund des besonderenSystems in der Schweiz bei Erreichung des Endes der Wehrzeit von ihren Trägern kostenlos privat behalten werdendurften, tragen eine entsprechende Kennzeichnung. Der Übergang in den Privatbesitz wird durch Einschlagen desBuchstabens -P- mit oder ohne den beiden letzten Ziffern der Jahreszahl, der Außerdienstsetzung gekennzeichnet, wiez. B. P 25, P49 oder einfach nur - P -. Es sind aber auch eine Reihe Pistolen vorhanden, die keine solcheKennzeichnung tragen und doch offiziell vom Armee- in den Privatbesitz übergegangen sind. Die Kennzeichnung wirdüblicherweise bei der Entlassungszeremonie des Offiziers oder Unteroffiziers aus der Armee vorgenommen. Ist nun ein
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