Die kk Kriegsmarine und die kk Armee im Einsatz um

 Weltgeschichte

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Die k.k. Kriegsmarine und die k.k. Armee im Einsatz um Schleswig-Holstein und die nordfriesischen Inseln. Teil 1 Nikolaus A. Sifferlinger Im Jahr 2014 jährt…
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Die k.k. Kriegsmarine und die k.k. Armee im Einsatz um Schleswig-Holstein und die nordfriesischen Inseln. Teil 1 Nikolaus A. Sifferlinger Im Jahr 2014 jährt sich zum 150. Male der Deutsch-Dänische Die Bevölkerung des südlichen Schleswigs, Holsteins und Lau- Krieg um die Herzogtümer Schleswig und Holstein. Ein be- enburgs fühlte sich dem deutschen Volk zugehörig und nicht dem sonderes Kapitel war die Besetzung der nordfriesischen Inseln dänischen. Somit war die Grenze von Staat und Nation nicht durch österreichische Verbände. Dieser Artikel kann nur ei- die gleiche. nen groben Überblick über die Vielzahl aller Ereignisse geben, Neben dem Versuch, eine Verfassung zu erlassen, die nicht im Details sind der umfangreichen Literatur zu entnehmen, die Gegensatz zu den Abmachungen von 1851-1852 stand, wurde am Schluss angegeben wird. eine besonders unkluge Dänisierungspolitik in Mittelschleswig Aber zum Verständnis ist es notwendig auch die Vorgeschich- begonnen, die dazu führte, dass das Interesse für die Schleswig- te etwas genauer zu betrachten. sche Frage sowohl in der deutschen Öffentlichkeit als auch bei den Großmächten erhalten blieb... Vorgeschichte 1857 kehrten die Nationalliberalen wieder an die Regierung in Dänemark zurück, und aufgrund ihrer Meinung, dass Zu- Die Herzogtümer Schleswig und Holstein waren seit 1460 geständnisse an den Deutschen Bund und die holsteinsche Stän- mit Dänemark in Personalunion verbunden und sollten nach deversammlung nur zu weiteren Forderungen führen würden, dem historischen Landesrecht ungeteilt bleiben. wurde die Gesamtstaatspolitik zugunsten einer Eiderpolitik auf- Auf dem Wiener Kongress 1815 wurde Dänemark zur Erhal- gegeben, was eine engere Bindung Schleswigs an das Königreich tung des Friedens die Kontrolle des Ostseezuganges zugedacht bedeuten sollte. und das Herzogtum Holstein Mitglied im Deutschen Bund. Im März 1863 wurde eine gemeinsame Verfassung verkündet, Somit war der dänische König von 1815 bis 1866 auch ein die für das Königreich und Schleswig gelten sollten und damit Staatsorgan des Deutschen Bundes. Das Herzogtum Schles- Holstein und Lauenburg ausgliedern sollte. Zwar stand nichts wig war dänisches Lehen und nicht Mitglied des Deutschen von einer regulären Eingliederung Schleswigs in das Königreich Bundes, die Bevölkerung gemischt aus Dänen, Deutschen darin, aber die Verfassung stellte einen klaren Bruch der Abma- und Friesen. chungen von 1851-1852 dar, sie brachte Dänemark auf einen Im europäischen Revolutionsjahr 1848 forderte die deut- Kollisionskurs mit den Großmächten, den deutschen Staaten und sche neoliberale Bewegung die Schaffung des von Dänemark der Mehrheit der Einwohner der Herzogtümer. unabhängigen Bundesstaats Schleswig-Holstein und es kam Nur wenige zweifelten daran, dass das zum Krieg führen würde. zum Krieg, wobei Preußen Schleswig-Holstein unterstützte. und im Verlauf des Jahres 1863 wurden die Vorbereitungen be- Nachdem Preußen 1850 einen Sonderfrieden mit Dänemark gonnen.« schloss, stand Schleswig-Holstein alleine gegen Dänemark Der norddeutsche Historiker Gerd Scholz2 schreibt dazu: und wurde besiegt. Schleswig blieb unter dänischer Kontrol- »Schleswig-Holstein wurde Faustpfand und Spielball deutscher le und Holstein wurde durch preußische und österreichische wie internationaler Politik, die eine gewaltsame Lösung der an- Bundestruppen »befriedet«. Das k.k. IV. Armeekorps unter stehenden Fragen zunächst wohl nicht absolut ins Kalkül gezogen Feldmarschall Ignaz von Legeditsch war mit 13.300 Mann hatten. Die schleswig-holsteinsche Frage wurde im Zusammenge- in den Jahren 1851/52 für 12 Monate als Friedenstruppe in hen Österreichs und Preußens kriegerisch gelöst, wobei Preußen Holstein. Das Londoner Protokoll vom 8. Mai 1852 schrieb unter Führung Bismarcks, des Zauberers im politischen Ränke- die dänische Herrschaft über die Herzogtümer Schleswig und spiel, weit reichend und machtvoll den Ton angab. Holstein fest, garantierte aber auch ihre Eigenständigkeit. Der preußische Drang nach Machterweiterung und Festigung Unterzeichner waren Dänemark, Frankreich, Großbritanni- seiner Position im Deutschen Bund war offenkundig, konnte sich en, Österreich, Preußen und Russland. Aber das Herzogtum zunächst durch die Eingebundenheit in internationale Verträge Schleswig durfte kein Teil von Dänemark werden. nicht ohne gefährliche Störung des europäischen Gleichgewichtes Die dänischen Historiker Inge Adriansen und Jens Ole Chris- durchsetzen. Dabei war auch für Preußen klar zutage getreten, tensen beschreiben die Lage wie folgt:1 »Formal wurde der Ge- dass das Habsburgerreich der Hauptfeind der preußischen Hege- samtstaat wiedererrichtet, aber in Hinblick auf die Bevölkerung monie war.« fiel das schwer, da die nationalen Spannungen zu groß waren. 1 Inge Adriansen, Jens Ole Christensen, Der Zweite Schleswigsche Krieg 2 Gerd Scholz, Unter dem Doppeladler für Schleswig-Holstein, S. 11 1864, S. 5ff und 17 Neue dänische Verfassung Diese neue dänische Verfassung sah Schleswig – im Wider- spruch zum Londoner Protokoll von 1852 – als Teil Däne- marks. Am 30. März 1863 schloss die dänische Regierung die beiden Herzogtümer Holstein und Lauenburg aus der gesamtstaatlichen Verfassung aus und eine dänisch-schleswig- sche Verfassung wurde angekündigt. Dies war ein Bruch des Londoner Protokolls und die internationale Politik begann zu reagieren. Dazu Gerd Scholz:3 »Die Hoffnungen der Habsburgermon- archie und Kaiser Franz Josephs, auch die Schleswig-Holstein- Frage im Rahmen einer Reform des Deutschen Bundes im übergeordneten deutschen Sinne politisch lösen zu können, zerschlugen sich, der vom Kaiser nach Frankfurt am Main zur Beratung einer Bundesreform einberufene sogenannte Fürstentag im August 1863 verlief ergebnislos, der der König von Preußen auf Anraten Bismarcks fernblieb. Damit war der Versuch, Deutschland unter österreichischer Führung zusam- menzuführen, endgültig gescheitert. Nahezu prophetisch schrieb dazu der Grazer »Telegraf« am 29. November 1863, Österreich scheine »für das Londoner Protokoll lediglich nur zu dem Zwecke in die Schranken ge- treten zu sein, um Preußen die Chancen zu eröffnen, schließ- lich das Londoner Protokoll mit Eklat zu zerreißen, um das Arrangement dieser Angelegenheit im deutschen Norden mit desto größerer Aussicht auf Erfolg in die eigene Hand neh- men zu können.« Und mit dem Wissen von heute, 150 Jahre danach, ist es ersichtlich dass sich Preußen unter der geschickten Führung Dänemark mit Schleswig, Holstein und Lauenburg 1864. Bismarcks zuerst Österreichs dazu bedient hatte, Dänemark dem Druck einer aufgebrachten nationalistischen Öffentlich- als Rivalen in Norddeutschland und um die Herrschaft in der keit mit Demonstrationen in Kopenhagen brachte die däni- Nord- und Ostsee auszuschalten. Und als dies durch die Hil- sche Regierung den neuen König am 18. November dazu die fe Österreichs 1864 erreicht war hat Preußen 1866 Unstim- Verfassung zu unterschreiben. migkeiten um die Verwaltung Schleswig-Holsteins als Kriegs- Nachdem der Deutsche Bund am 14. Jänner 1864 die grund vorgeschoben, sich mich Italien verbündet, und den Pfandbesetzung Schleswigs mit 11:5 Stimmen ablehnte, be- Bundgenossen Österreich durch einen siegreichen Krieg aus schlossen Preußen und Österreich selbständig zu handeln und dem Deutschen Bund verdrängt. verlangten am 16. Jänner, dass diese neue dänische Verfassung Aber zurück zu den Ereignissen des Jahre 1863. aufgehoben werden müsse. Ein Vermittlungsversuch Groß- Der Deutsche Bund beschloss am 1. Oktober 1863 die Bun- britanniens scheiterte, die dänische Regierung lehnte ab. desexekution. Das österreichische VI. Armeekorps unter der Führung von Feldmarschallleutnant Freiherr von Gablenz umfasste 27.050 Die Bundesexekution Mann, die mit der Eisenbahn im Dezember 1863/Jänner 1864 zügig nach Norddeutschland verlegt wurden. Preußen Die Bundesexekution zur Besetzung Schleswig und Hol- brachte im Laufe des Krieges 45.136 Mann zum Einsatz, steins wurde Preußen, Österreich, Sachsen und Hannover Sachsen und Hannover 13.176. Den Oberbefehl erhielt der übertragen. Die beiden Herzogtümer Holstein und Lauen- 80-jährige preußische Generalfeldmarschall Friedrich Freiherr burg wurden Ende Dezember 1863 von 12.000 Soldaten aus von Wrangel. Sachsen und Hannover besetzt. Zu Beginn der Feindseligkeiten standen den 65.800 Mann Am 13. November 1863 beschloss der dänische Reichstag die des Deutschen Bundes rund 40.000 dänische Soldaten gegen- neue Verfassung, am 15. November verstarb nach der Inspek- über. tion des Heeres in der Danewerkstellung der dänische König Friedrich VII. Der Deutsch-Dänische Krieg Sein Nachfolger König Christian IX. warnte, dass der Erlass der Novemberverfassung zum Krieg führen wurde. Unter Am 1. Februar 1864 überschritten die preußisch-österrei- chischen Truppen die Eiderlinie und begannen mit der Be- 3 Gerd Scholz, Unter dem Doppeladler für Schleswig-Holstein, S. 19 Die dänische Fregatte JYLLAND ist heute als Museumsschiff in Ebeltoft erhalten und einen Besuch wert. Das Museum nebenan schildert im Detail das Seegefecht vom 9. Mai 1864 (Foto: N. Sifferlinger 2009) setzung des Herzogtums Schleswig. Die Dänen hatten den Schraubenkorvette NYMPHE und das Aviso GRILLE. Vorteil vorbereiteter Verteidigungsstellungen, wurden aber Die Flottille der Kanonenboote unter Kapitän zur See Kuhn schrittweise in ihr Land zurückgedrängt. Dabei kam es zu auf dem Aviso LORELEY mit drei Divisionen mit je sechs zahlreichen blutigen Gefechten. Schraubenkanonenbooten (insgesamt 4 große und 14 kleine Es ist hier nicht der Platz auf den Landkrieg einzugehen und Kanonenboote) und zwei Divisionen mit insgesamt 18 Ru- es sei auf die umfangreiche Literatur zu dem Thema verwie- derkanonenbooten und 4 Kanonenjollen. sen. Auf Auslandsreise im Mittelmeer waren die beiden großen Auf Vermittlung Großbritanniens kam es ab 20. April 1864 Kanonenboote BLITZ und BASILISK und der Raddampfer zu einer Konferenz, die einen Waffenstillstand von 12. Mai PREUSSISCHER ADLER am 3. Dezember 1863 zurückbe- bis 26. Juni 1864 vereinbarte rufen worden und trafen am 6. März 1864 im französischen Hafen Cherbourg ein, während die dänische Fregatte NIELS Der Seekrieg JUEL in der Nordsee nach ihnen suchte. Die preußische Fregatte GAZELLE befand sich in Ostasien Die dänische Flotte war im Februar 1864 in zwei Geschwa- und schied daher für den Einsatz in der Heimat aus. der in Ost- und Nordsee aufgeteilt und hatte die Aufgabe die Als die dänischen Kriegsschiffe den Befehl erhielten österrei- deutschen Häfen zu blockieren und das eigene Heer zu unter- chische und deutsche Handelsschiffe als Prise aufzubringen, stützen. Durch die dänische Überlegenheit zur See konnte das traf dies den Handel der norddeutschen Seehäfen hart. Aber dänische Heer mit Masse in Schleswig konzentriert bleiben auch Österreich war betroffen, Anfang 1864 befanden sich und Seeland und Kopenhagen weitgehend ungeschützt blei- rund 160 österreichische Handelsschiffe auf den Weltmeeren ben, da die kleine preußische Flotte keine Landung unterstüt- und rund 70 davon blieben aus Angst aufgebracht zu werden zen konnte. in britischen Häfen liegen. Die preußische Flotte bestand im Februar 1864 aus folgen- den Einheiten in der Ostsee: Österreichisches Nordseegeschwader Das Dampfschiffgeschwader unter Kapitän zur See Jach- mann mit den Schraubenfregatten ARKONA, VINETA, der Daher befahl Österreich am 20. Februar 1864 die Ausrüs- tung eines Nordseegeschwaders unter dem Kommando von am Weg durch das Mittelmeer und die Biskaya aufzuklären Kontreadmiral Bernhard Freiherr von Wüllerstorf-Urbair um ob sich dänische Kaperschiffe dort befinden. Tegetthoff machte die eigenen Handelsschifffahrt zu schützen. sich über Korfu, Malta, Algier, Gibraltar auf den Weg nach Dazu die dänischen Historiker Adriansen und Christensen: Lissabon. Vor Lissabon wurde die dänische Handelsbrigg »Bei der dänischen Verteidigungsplanung hatte man nur die GRETHE am 16. März von der Fregatte SCHWARZEN- preußische Flotte im Blick gehabt. Dann zeigte sich im Frühjahr BERG und dem Kanonenboot SEEHUND als Prise genom- 1864 aber ein neues Problem: die österreichische Flotte, die der men und später vom Prisenkommando in einen österreichi- dänischen überlegen war.« schen Hafen gebracht. Die Ausrüstung eines österreichischen Nordseegeschwaders Nach dem Eintreffen der aus Pola nachkommenden Fregat- brachte in Großbritannien einige Erregung und es wurden te RADETZKY verließ Tegetthoff Lissabon am 5. April 1864 Stimmen im Parlament und in der Presse laut, den österrei- Richtung Biskaya. chischen Einheiten den Durchmarsch durch den Ärmelkanal Es soll auch erwähnt werden, dass am 14. April 1864 die zu verwehren. Erst als Österreich Anfang März in London Fregatte NOVARA mit Erzherzog Franz Ferdinand an Bord eine Erklärung abgab, dass das Nordseegeschwader nur zum Triest in Richtung Mexiko verließ. Dort übernahm der Erz- Schutz des eigenen Handels diene, entspannte sich die Situ- herzog auf Veranlassung von Napoleon III. die Kaiserwürde. ation. Österreich und Preußen konnten sich keinen Konflikt Tegetthoff hatte den Befehl im französischen Hafen Brest, den mit der größten Seemacht erlauben. Damit war ein Einsatz er nach stürmischer Fahrt am 16. April erreichte, auf das Gros der österreichischen Schiffe in der Ostsee ausgeschlossen und des österreichischen Nordseegeschwaders zu warten, welches auch musste Österreich einen Teil seiner Flotte in der Adria erst am 20. April in Gibraltar eintraf, zu warten. belassen damit das neu vereinigte Italien nicht die Situation Doch am 23. April 1864 erreichte Tegetthoff in Brest fol- ausnützen konnte. gender telegrafischer Befehl: »Infolge Allerhöchsten Befehles haben Sie sich mit unterstehenden Schiffen mit Vorsicht nach Ostsee Texel zu begeben. Die dort liegenden preußischen Schif- fe werden sich unter ihr Kommando stellen. Wenn Sie sich Im Februar 1864 verhinderte starke Vereisung Aktionen in dann – und nach den über das dänische Blockadegeschwader der Ostsee und am 15. März erklärte Dänemark die Blockade einzuholende Nachrichten – für stark genug halten, einen Er- der preußischen Häfen. Der einzige Versuch die Blockade in folg erzielen zu können, so trachten Sie um jeden Preis, die der Ostsee zu brechen fand am 17. März 1864 bei der Insel Blockade vor Hamburg zu brechen. Eile tut Not!« Rügen statt. Das preußische Dampfschiffgeschwader versuch- Damit hatte Tegetthoff freie Hand und er verließ Brest am te die Blockade zu brechen, wurde aber von einem dänischen 24. April. Am 26. April liefen SCHWARZENBERG und Geschwader zurückgewiesen. Die Blockade blieb aufrecht, RADETZKY den britischen Hafen Deal, SEEHUND Rams- aber der Küstenverkehr blieb möglich. gate an, um Kohle zu ergänzen und Nachrichten über die Dänemark hoffte auf ein Eingreifen Schwedens und Groß- dänische Flotte einzuholen. Dabei haben die drei englischen britanniens, dessen wohlwollende Neutralität gegeben war. Kanal-Lotsen, die SEEHUND in den Hafen von Ramsgate Auch ein Eingreifen Frankreichs war nicht ausgeschlossen. steuerten, das Kanonenboot gegen den Hafendamm gesteu- Daher setzte Dänemark den Krieg fort, in der Hoffnung auf ert und flüchteten dann von Bord. Es scheint, dass dies ab- Unterstützung. Diese kam aber nur in Form von Verhandlun- sichtlich geschah, SEEHUND viel auf jeden Fall längere Zeit gen in London. durch Reparatur aus. In der Ostsee schützte die dänische Flotte die Flanken der Armee und machte Landungsoperationen gegen die däni- Tegetthoff in der Nordsee schen Inseln über die offene See unmöglich. Tegetthoff verließ Deal mit SCHWARZENBERG und RA- Marsch in die Nordsee DETZKY am 30. April und traf am 1. Mai 1864 in Ni- euwediep die preußische Flottille unter Korvettenkapitän Das Geschwader von Kontreadmiral Wüllerstorf-Urbair Gustav Klatt, die hier seit Mitte März blockiert lagen. Die sollte folgende Schiffe umfassen, die zum Teil erst ausgerüs- preußischen Kanonenboote BLITZ und BASILISK und der tet werden mussten: das Schraubenlinienschiff KAISER, die Radaviso PREUSSISCHER ADLER hatten allein gegen eine Panzerfregatten JUAN D´ AUSTRIA und KAISER MAX, die dänische Fregatte keine Chance auf Erfolg gehabt. Schraubenfregatten SCHWARZENBERG und RADETZ- Ohne dänische Schiffe gesichtet zu haben, ankerte Tegetthoff KY, die Schraubenkorvette ERZHERZOG FRIEDRICH, mit seinem Geschwader am 4. Mai vor Cuxhaven. Die beiden die Kanonenboote SEEHUND und WALL und die Rad- dänischen Fregatten JYLLAND und NIELS JUEL lagen an dampfer KAISERIN ELISABETH und LUCIA. diesem Tag im südnorwegischen Hafen Christiansand und die Um keine Verzögerungen im Schutz der österreichischen Korvette HEIMDAL war am Weg von Kopenhagen dorthin, Handelsschiffe im Atlantik und im Ärmelkanal, wo die däni- was aber auf deutsch-österreichischer Seite nicht bekannt war. sche Fregatte NIELS JUEL gemeldet war, eintreten zu lassen, Am 6. Mai lief der britische Aviso BLACK EAGLE in Cux- erreichte das österreichische Levantegeschwader unter Linien- haven ein, an Bord inkognito der Kommandant der britischen schiffskapitän Wilhelm von Tegetthoff am 27. Februar 1864 der Fregatte AURORA, um die Österreicher zu beobachten. An Befehl, sich auf den Weg zur Nordsee zu machen, den eigenen diesem Tag meldete auch der österreichische Konsularagent Handel zu schützen und dänische Handelsschiffe zu kapern, Herr Kröger, dass drei dänische Schiffe vor Helgoland, das Das Gemälde von Carl Bille (1815-1898) zeigt das Seegefecht vor Helgoland am 9. Mai 1864. Rechts die drei dänischen Schiffe, in der Mitte die beiden österreichischen Fregatten, der Fockmast der SCHWARZENBERG in Brand, links hinten die preußischen Kanonenboote. (Museum Ebeltoft, Foto: N. Sifferlinger 2009) damals britischer Besitz war, gesichtet wurden. zum Einsatz bringen konnten, während ihnen die Fregatten Tegetthoff lief bei Hochwasser am Abend des 6. Mai aus, SCHWARZENBERG und RADETZKY gegenüber standen. wobei SCHWARZENBERG kurzzeitig auf Grund lief, aber Die drei kleinen preußischen Einheiten waren zu verwundbar wieder freigearbeitet werden konnte. Am Morgen des 7. Mai und konnten nicht ins Gefecht eingreifen und mussten sich wurde eine unbekannte Fregatte gesichtet, die keine Flagge im Hintergrund halten. führte und bis auf die Höhe von Hornreef verfolgt. Erst auf Es kam ab 14:00 Uhr zum Gefecht nahe Helgoland, das 2 Seemeilen Distanz zur feuerbereiten SCHWARZENBERG über zwei Stunden dauerte und teils auf nahe Entfernun- setzte die verfolgte Fregatte die britische Flagge und gab sich gen von 400 m geführt wurde. Die Dänen konzentrierten als AURORA zu erkennen. ihr Feuer auf SCHWARZENBERG, diese erhielt 95 Treffer Großbritannien beherrschte 1864 die Weltmeere und eine und wurde in Brand geschossen. Von RADETZKY gedeckt Machtverschiebung an der Nord- und Ostsee zugunsten der musste sich SCHWARZENBERG in die Gewässer des da- militärischen Großmächte Österreich und Preußen waren mals neutralen, britischen Helgoland zurückziehen, wo es bis nicht in ihrem Interesse, daher die wohlwollende »Neutrali- Mitternacht gelang, den Brand zu löschen und den zerstörten tät« gegenüber Dänemark. Fockmast zu kappen. Da auch die JYLLAND durch einen Als das dänische Geschwader am 8. Mai die britische AURO- Treffer in die Steueranlage nur eingeschränkt manövrierfähig RA traf, informierte der Brite die Dänen über die Stärke und war, entschloss sich Suenson die Österreicher nicht weiter zu den vermuteten Standort der Österreicher. Und der britische verfolgen und lief ab. Auf Grund der Nachrichten über den Aviso BLACK EAGLE klärte in der Elbmündung bis Cuxha- bevorstehenden Waffenstillstand wurde Suenson per Depesche ven auf, während Tegetthoff die preußischen Kanonenboote vom vorgesetzten Kommando der Rückzug ins norwegische zur Aufklärung an der Nordseeküste einsetzte. Christiansand empfohlen. Das Geschwader von Tegetthoff verlegte nach Cuxhaven und Seegefecht vor Helgoland, 9. Mai 1864 traf dort am Morgen des 10. Mai ein. Auf österreichischer Seite verloren 51
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