3. Soirée - Deutsche Radio Philharmonie :: Saarbrücken

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PROGRAMM Peter Tschaikowsky Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 35 (35 Min.) Allegro moderato Canzonetta Allegro vivacissimo Vadim Gluzman, Violine…
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PROGRAMM Peter Tschaikowsky Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 35 (35 Min.) Allegro moderato Canzonetta Allegro vivacissimo Vadim Gluzman, Violine PAUSE Peter Tschaikowsky Suite für Orchester Nr. 3 G-Dur op. 55 (40 Min.) Elegie. Andantino molto cantabile Valse mélancolique. Allegro moderato Scherzo. Presto Tema con variazioni. Andante con moto Sendetermin Direktübertragung auf SR2 KulturRadio und ab 20.3.2015 sieben Tage lang unter www.sr2.de 1 PETER TSCHAIKOWSKY * 7. Mai 1840 in Wotinsk † 6. November 1893 in St. Petersburg Das Violinkonzert Die Ehe mit seiner ehemaligen Schülerin Antonina Miljukowa, in die sich Tschaikowsky im Juli 1877 flüchtete, stellte sich schon bald als fürchter- licher Irrtum heraus – die Trennung erfolgte bereits nach drei Mona- ten – und stürzte den Komponisten in eine tiefe psychische Krise. Seine Gönnerin Nadeshda von Meck ermöglichte ihm daraufhin einen länge- ren Auslandsaufenthalt, bei dem sich Tschaikowsky erholen und neue Kraft zum Komponieren sammeln sollte. Bereits Mitte März 1878 schrieb er aus Clarens am Genfer See: Zum ersten Mal in meinem Leben fühlte ich mich gezwungen, ein neues Werk zu beginnen, ohne das vorherge- hende abgeschlossen zu haben. Bisher hielt ich mich fest an die Regel, niemals eine neue Arbeit anzufangen, solange die alte nicht beendet war. Aber diesmal geschah es, dass ich die Lust in mir nicht bezwingen konnte. Bei dem neuen Werk handelte es sich um das Violinkonzert, das Tschaikowsky in einem wahren Schaffensrausch zu Papier brachte. Von den ersten Skizzen bis zur Vollendung der Partitur am 11. April vergin- gen knapp vier Wochen. Auslöser dieser Euphorie war ein überraschen- der Besuch seines früheren Lieblingsschülers, des Geigers Josif Kotek, der ihm u.a. eine Reihe neuer Violinwerke mitbrachte, darunter die Sym- phonie espagnole von Edouard Lalo. Nach dem gemeinsamen Durch- spielen schrieb Tschaikowsky begeistert über Lalos Werk, es habe ihm großes Vergnügen bereitet. Es ist von einer wohltuenden Frische und Leichtigkeit, dazu pikante Rhythmen und schön harmonisierte Melodien. Kotek war es auch, der Tschaikowsky bei der Ausarbeitung des Soloparts zur Seite stand und ihn beriet. Mit welcher Liebe gibt er sich mit dem Kon- zert ab! schrieb der Komponist an seinen Bruder Modest. Es ist unnötig zu sagen, dass ich ohne ihn nichts machen könnte. Er spielt es wunderbar. Warum Tschaikowsky seinem Lieblingsschüler dennoch die Uraufführung seines Violinkonzertes nicht anvertraute, lässt sich nicht mehr ermitteln. Vielleicht war ihm Kotek noch nicht prominent genug oder er wollte jeg- liches Gerede über die freundschaftliche Zusammenarbeit mit seinem Schüler vermeiden. Turbulenzen Der ursprüngliche Widmungsträger Leopold Auer, für den Tschaikows- ky 1874 die Sérénade mélancolique op. 26 komponiert hatte, lehnte das Stück aber als unspielbar und geigerisch undankbar ab. So wurde Tschaikowskys Violinkonzert erst Anfang Dezember 1881 in Wien zum ersten Mal gespielt, Solist war Adolf D. Brodsky, es dirigierte Hans Rich- ter. Diese Uraufführung war wohl sehr turbulent, denn die Zeitungen 2 berichteten von unglaublichem Lärm und Zischen. Höhepunkt der ne- gativen Presseberichte war sicherlich die vernichtende Besprechung des Konzertes durch den Wiener Kritikerpapst Eduard Hanslick: Der russische Komponist ist sicherlich kein gewöhnliches Talent, wohl aber ein forcier- tes, genußsüchtiges und dazu wahl- und geschmacklos produzierendes! [...] Am Ende des ersten Satzes, so Hanslick, werde nicht mehr Violine gespielt, sondern Violine gezaust, gerissen, gebleut. [...] Das Adagio mit seiner weichen slawischen Schwermut ist wieder auf dem besten Wege, uns zu versöhnen und zu gewinnen. Aber es bricht schnell ab, um einem Finale Platz zu machen, das uns in die brutale und traurige Lustigkeit eines russischen Kirchweihfestes versetzt. Wir sehen lauter wüste und gemeine Gesichter, hören rohe Flüche und riechen den Fusel. Die Kritik gipfelte in dem seither vielzitierten Satz Tschaikowskys Violinkonzert bringt uns zum ersten Male auf die schauerliche Idee, ob es nicht auch Musikstücke geben könne, die man stinken hört! … „es ist wunderschön!“ … Glücklicherweise taten solche Äußerungen dem Siegeszug des Werkes keinerlei Abbruch. Der Solist der Uraufführung, Adolf Brodsky, zunächst Geigenlehrer am Moskauer, dann Violinprofessor am Leipziger Konserva- torium, schrieb später an den Komponisten über das Violinkonzert: Seit dem Moment, als ich das Konzert zum ersten Mal durchblätterte, ent- brannte in mir der Wunsch, dasselbe öffentlich zu spielen. Es ist wun- derschön – man kann es ohne Ende spielen, und es wird nie langweilig. Das ist für die Bewältigung seiner Schwierigkeiten ein sehr wichtiger Umstand. Und auch Tschaikowsky selbst meinte 1888 in seinen Erinne- rungen nicht ohne Ironie: In der Folge spielte Brodsky das angeblich übel- riechende Konzert überall, stieß auch überall auf feindselige Kritiker von der Richtung Hanslicks, aber mein Konzert war doch gerettet und jetzt wird es im westlichen Europa nicht selten mit schönstem Erfolg gespielt. Der Kopfsatz beginnt nach einer kurzen Orchestereinleitung mit dem lyrischen Hauptthema in der Violine, das in der Durchführung zu einem strahlenden und kraftvollen Orchestertutti verwandelt wird. Das zweite Thema, ebenfalls in der Haupttonart D-Dur, wird von einer absteigenden Sekunde bestimmt und erhält dadurch einen leidenschaftlich klagenden Charakter. Die Solokadenz steht hier am Ende der Durchführung, während der letzten Takte beginnt die Flöte zaghaft mit dem Hauptthema und lei- tet so die Reprise ein. Noch bevor er mit der Instrumentierung seines Violinkonzertes begann, ersetzte Tschaikowsky den zweiten Satz durch ein kürzeres Andante. Heute habe ich, so schrieb er am 5. April 1878 an Nadeshda von Meck, ein anderes Andante geschrieben, das den beiden sehr komplizierten Eck- sätzen besser entspricht. Den ursprünglichen langsamen Satz nahm er 3 unter dem Titel Méditation in sein Opus 42 Souvenir d’un lieu cher auf. Die neu komponierte Canzonetta, so die Satzüberschrift, ist ein dreitei- liger gefühlvoller Mittelsatz in g-Moll mit einer schwermütigen Melodie der Violine, voller Poesie und Sehnsucht in den geheimnisvollen Tönen, so Nadeshda von Meck in einem Brief an den Komponisten. „Attacca subito“ beginnt das rondoartige Finale, dessen Themen deutlich folkloristisch geprägt sind. Ruhepunkt in dem ausgelassenen Treiben ist ein „Molto meno mosso“ überschriebener Abschnitt in fis-Moll, der sich an das zweite Thema anschließt und mit diesem melodisch verwandt ist. Die dritte Suite Max von Erdmannsdörfer (1848-1905), der Widmungsträger von Tschai- kowskys dritter Orchestersuite, hatte am Leipziger Konservatorium stu- diert und wurde 1871 als Nachfolger von Max Bruch Kapellmeister der Hof- kapelle Sondershausen. Elf Jahre später beerbte er Nikolaj Rubinstein als Leiter der Konzerte der russischen Musikgesellschaft Moskau und bekam schließlich 1888 Hans von Bülows Posten bei den Künstlervereinsconcerten Bremen. Mit seiner Widmung an den Komponisten und Dirigenten wollte Tschaikowsky sich für die Uraufführung seiner zweiten Orchestersuite An- fang Februar 1884 bedanken, die von Erdmannsdörfer geleitet hatte. Die dritte Suite entstand zwischen April und Juli 1884 in Kamenka, wo Tschai- kowsky nach der missglückten Erstaufführung der Oper Mazeppa seine Schwester Alexandra besuchte. Parallel arbeitete er an der Konzert-Fanta- sie für Klavier und Orchester op. 56 und so ist es kaum verwunderlich, dass der ursprünglich für die Suite vorgesehene Eröffnungssatz („Contrastes“) zum Schlussabschnitt der Konzert-Fantasie umgestaltet wurde. Mit die- sem Satz war Tschaikowsky von Anfang an unzufrieden, schrieb er doch am 11. Mai 1884 in sein Tagebuch: Der 1. Satz der Suite unter dem Namen „Kontraste“ wurde mir derart zuwider, dass ich beschloss, ihn liegenzulas- sen und etwas ganz anderes zu schreiben, nachdem ich mich den ganzen Tag mit ihm herumgequält hatte. [...] Nach dem Mittagessen suchte ich den noch nicht gelungenen Satz der Suite aus mir herauszupressen. Was ist das eigentlich für ein widriges Geschick? An dessen Stelle trat in der endgültigen Fassung ein eher lyrischer Kopfsatz (Elegie. Andantino molto cantabile) in G-Dur. Tschaikowskys Kommilitone am St. Petersburger Kon- servatorium, der spätere Musikkritiker und Professor für Musikgeschichte in Moskau, Hermann Laroche spricht von der stillen und gedankenvollen Anmut des ersten Satzes mit seinem wunderbaren zweiten Thema, dieser prachtvollen Verknüpfung von tiefer Melancholie und unerschütterlicher Harmonie. 4 Valse mélancholique Auch der zweite Satz (Valse mélancolique. Allegro moderato) ging Tschai- kowsky nicht so einfach von der Hand. Den ganzen Tag an dem Walzer zur Suite geschrieben, vertraute er am 30. April 1884 seinem Tagebuch an, bin aber längst nicht überzeugt, es gut genug gemacht zu haben. Und am 2. Mai: Arbeite mit größter Mühe am Walzer. [...] Habe mich dann fast bis 7 Uhr mit dem Walzer abgequält und bin überhaupt nicht vorangekom- men. Der schwermütige Gestus, die gehäufte Seufzermotivik und nicht zuletzt die Grundtonart e-Moll veranlassten Laroche sogar von einem Ge- fühl von Grabeskälte und schrecklicher, versteinerter Hoffnungslosigkeit zu sprechen, das einen von dem Valse mélancolique anweht und einen trotz aller klanglichen Schönheiten wie einen Alptraum heimsucht. Als dritter Satz folgt ein Scherzo im Rhythmus einer italienischen Taran- tella mit plappernden Figuren der Holzbläser und Bruchstücken eines in der Ferne erklingenden Marsches im Trio. Der ganze Spuk von knapp vier Minuten hat den Charakter eines nicht ernst gemeinten, liliputanerhaften Soldatenaufzuges, der ganz den Eindruck macht, wir hätten es nicht mit vorbeidefilierenden Soldaten, sondern mit zarten, winzigen und braven Elfen zu tun. (Hermann Laroche) Variationensatz Ein ausgedehnter Variationensatz beschließt die Suite. Das liedhafte Thema wird von den Streichern vorgetragen und zunächst in sechs Va- riationen, die formal voneinander getrennt sind, verarbeitet. Das Thema erscheint in der ersten Variation zunächst pizzicato in den Streichern, umspielt von Flöten und Klarinetten, dann wird es virtuos ausgeziert in den jagenden Läufen der ersten Violinen (Variation 2), dann spielt es die erste Flöte als zarte Melodie, begleitet von den übrigen Holzbläsern (Variation 3). In der vierten Variation, einer Cellokantilene in Moll, zitiert Tschaikowsky das „Dies irae“-Motiv. Variation 5 bringt das Thema im Fu- gato der Streicher, Variation 6 in virtuosen Passagen der Bratschen und Celli. Die anschließenden Variationen 7 bis 12 gehen ineinander über und bilden somit einen großen Schlussabschnitt. Nach einem Choral der Holz- bläser (Variation 7), einer Melodie des Englischhorns (Variation 8), einem hüpfenden Pizzicato der ersten Violinen mit Begleitung der Triangel (Va- riation 9) folgt in Variation 10 ein virtuoses Solo des Konzertmeisters, bevor in Variation 11 das Thema noch einmal im Tutti präsentiert wird. Zum Schluss folgt, angekündigt durch Hornrufe, eine Polonaise (Polac- ca. Moderato maestoso e brillante), mit der die Suite schwungvoll endet. 5 Ein Publikumserfolg Bereits Anfang Januar 1885, einige Tage vor der ersten Aufführung erschie- nen Stimmen, Partitur und Tschaikowskys eigene Bearbeitung der Suite für Klavier vierhändig bei dem Moskauer Musikverleger P. I. Jurgensen, der die meisten Werke Tschaikowskys veröffentlicht hat. Die Uraufführung fand am 12. Januar 1885 in St. Petersburg unter der Leitung von Hans von Bü- low statt. Der Widmungsträger Max von Erdmannsdörfer dirigierte einige Tage später die Moskauer Erstaufführung und vier Wochen später die Ur- aufführung der gleichzeitig entstandenen Konzert-Fantasie. Eine heimli- che Vorahnung sagte mir, schrieb der Komponist im Januar 1885 an Nades- hda von Meck, dass die Suite dem Publikum gefallen würde. Ich freute und fürchtete mich zugleich. Die Wirklichkeit hat aber meine Erwartungen bei weitem übertroffen. Einen ähnlichen Triumph habe ich noch nie erlebt; ich sah, dass die ganze Masse des Publikums gerührt und dankbar war. Solche Momente sind das Schönste im Leben eines Künstlers. Ihretwegen allein lohnt es sich zu leben und zu arbeiten, aber auch die Ermattung ist nachher eine starke. Ich war am anderen Tage ganz krank. Auch Tschai- kowskys Bruder Modest berichtete voller Begeisterung: Noch nie wurde ein Werk von ihm gleich beim ersten Mal so einmütig enthusiastisch auf- genommen. Freilich lag das zum Teil an der leichten Fasslichkeit und Zu- gänglichkeit der Schönheiten dieser Komposition für die Masse, aber noch weit mehr lag es an den ungewöhnlichen Eigenschaften der Ausführung. 6 VADIM GLUZMAN Vadim Gluzmans außergewöhnliche Kunstfertig- keit besteht in der Fortsetzung der großen Geiger- tradition des 19. und 20. Jahrhunderts, die er mit der Frische und Dynamik der Gegenwart belebt. Der is- raelische Geiger tritt regelmäßig mit bedeutenden Orchestern auf, darunter das Chicago Symphony Orchestra, London Philharmonic, Israel Philhar- monic, London Symphony, Orchester des Leipziger Gewandhauses, die Münchner Philharmoniker, San Francisco Symphony Orchestra, Minnesota Orches- tra und das NHK Symphony Orchestra. Er arbeitet dabei mit führenden Di- rigenten wie Neeme Järvi, Andrew Litton, Marek Janowski, Itzhak Perlman, Paavo Järvi, Hannu Lintu, Peter Oundjian und Vassili Sinaisky zusammen. Er ist regelmäßiger Gast bei den Festivals Verbier, Ravinia, Lockenhaus, Pa- blo Casals, Colmar und Jerusalem sowie beim North Shore Chamber Music Festival in Northbrook Illinois, das er gemeinsam mit seiner Ehefrau und langjährigen Kammermusikparterin am Klavier, Angela Yoffe, gründete. Zu Vadim Gluzmans breit gefächertem Repertoire zählt auch die zeitge- nössische Musik: So hat er Werke von Komponisten wie Giya Kancheli, Lera Auerbach und Sofia Gubaidulina, von Michael Daugherty und Balys Dvarionas uraufgeführt und erstmalig aufgenommen. Seine letzte CD mit Prokofiews Violinsonaten 1 und 2 und den Transkripti- onen von Romeo und Julia wurde in dieser Saison bereits mit fünf Diapa- sons d’Or ausgezeichnet und mit großer positiver Resonanz von der Fach- presse aufgenommen. Seine zahlreichen Aufnahmen im Rahmen seines Exklusivvertrages mit dem schwedischen Label BIS Records wurden unter anderem mit dem Diapason d’Or de l’année und dem Choc de Classica de l’année ausgezeichnet und zur Disc of the Month in den Magazinen Clas- sicFM, Strad und BBC Music Magazine gewählt. Vadim Gluzman wurde 1973 in der Ukraine geboren und erhielt seinen ers- ten Violinunterricht im Alter von sieben Jahren. Vor seinem Umzug nach Israel im Jahr 1990, wo er bei Yair Kless studierte, lernte er in Lettland bei Roman Sne und in Russland bei Zakhar Bron. Seine Lehrer in den USA wa- ren Arkady Fomin und an der Juilliard School die verstorbene Dorothy De- Lay sowie Masao Kawasaki. Am Beginn seiner Karriere hatte Vadim Gluz- man das Glück, von Isaac Stern gefördert zu werden. 1994 erhielt er den renommierten Henryk Szeryng Foundation Career Award. Vadim Gluzman spielt die aus dem Jahre 1690 stammende „ex-Leopold Auer“ Stradivari, die ihm als ständige Leihgabe von der Stradivari Society Chicago zur Verfügung gestellt wird. 7 ANDREY BOREYKO Andrey Boreyko ist seit September 2012 Musikdi- rektor des Orchestre National de Belgique, dessen künstlerische Aktivitäten er national und internati- onal vertritt, indem er ein perfektes Gleichgewicht hält zwischen dem traditionellen Repertoire und ei- ner innovativen, vielfältigen Programmgestaltung, die auch Auftragswerke umfasst. In der aktuellen Spielzeit tritt Boreyko seine Stel- lung als Musikdirektor der Naples Philharmonic in Florida an. Als Gastdirigent auch in den USA hoch geschätzt, hat er bereits mit den New Yorker Phil- harmonikern, dem Los Angeles Philharmonic, den Cleveland und Philadel- phia Orchestras zusammengewirkt; außerdem den Toronto, Chicago, Bos- ton, Pittsburgh und Montreal Symphony Orchestras. Er ist zudem Erster Gastdirigent des Orquesta Sinfónica de Euskadi. Boreyko, ein äußerst produktiver Meister des großen sinfonischen Reper- toires und ein leidenschaftlicher Verfechter unbekannterer Werke, dirigier- te, als er Góreckis vierte Sinfonie mit dem London Philharmonic Orchestra zur Aufführung brachte, eine der mit größter Spannung erwarteten Welt- premieren der letzten Spielzeit und wurde von der Kritik gefeiert. Inner- halb Europas hat Boreyko bereits namhafte Orchester dirigiert, etwa die Berliner Philharmoniker, die Münchner Philharmoniker, die Staatskapelle Dresden, das Gewandhausorchester Leipzig, die Wiener Symphoniker, die Filharmonica della Scala, das Royal Concertgebouw, das Orchestre de Pa- ris, das Tonhalle-Orchester Zürich, das Rotterdam Philharmonic sowie das London Symphony und das Philharmonia Orchestra. Besonders bemerkenswert unter Boreykos Tonaufnahmen mit dem Radio- Sinfonieorchester Stuttgart des SWR (bei dem er als Erster Gastdirigent wirkte) sind Pärts Lamentate und Silvestrovs Sinfonie Nr. 6 (beide für ECM Records) sowie die erstmalige Aufnahme seiner Originalversion der Sui- te aus Lady Macbeth of Mzensk bei Hänssler Classics. Er hat zudem auch Tschaikowskys Manfred-Sinfonie mit den Düsseldorfer Symphonikern und Lutoslawskis Chain 2 mit dem Los Angeles Philharmonic bei Yarling Re- cords eingespielt. Mit dem Orchestre National de Belgique setzt Boreyko sein umfangreiches Aufnahmeprojekt fort, das die gesamten Sinfonien Schostakowitschs umfasst. Mit dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR hat er bereits die Sinfonien Nr. 1, 4, 6, 9 und 15 eingespielt. In der Vergangenheit war Andrey Boreyko als Musikdirektor der Düssel- dorfer Symphoniker (2009-14) und als Chefdirigent der Jenaer Philharmo- nie (wo er momentan Ehrendirigent ist), der Winnipeg Symphony und des Berner Sinfonieorchesters tätig. Vom Deutschen Musikverleger-Verband hat er in drei aufeinanderfolgenden Spielzeiten den Preis für das beste Konzertprogramm gewonnen. 8 ORCHESTRE NATIONAL DE BELGIQUE Seit über fünfundsiebzig Jahren interpretiert das Orchestre National de Belgique mit Hingabe die großen Klassiker des sinfonischen Repertoirs und widmet sich mit demselben Nachdruck der zeitgenössischen Musik. Der Chefdirigent des Orchesters, Andrey Boreyko, ungemein engagiert und mitreißend, trat in die Fußstapfen von Dirigenten wie André Cluy- tens, Michael Gielen, Mikko Franck oder Walter Weller. Die Programmgestaltung des Orchesters richtet sich an ein breites Pub- likum, sowohl in belgischen Konzertsälen wie auch im Ausland, aber vor allem im hervorragenden Saal des Brüsseler Palais des Beaux-Arts, wo das Orchester mit seinen Konzertserien regelmäßig in Zusammenarbeit mit BOZAR MUSIC zu Gast ist. Dort hat es denkwürdige, vielbeachtete und frenetisch gefeierte Konzerte gegeben mit international herausragenden Künstlern wie Roberto Alagna, Anna Netrebko, Hélène Grimaud, Vadim Repin oder Gidon Kremer. Das Orchester präsentiert aber auch junge Künstler, vor allem in Zusam- menarbeit mit La Chapelle Musicale und dem Concours Reine Elisabeth. Mit seinen mehrfach ausgezeichneten CD-Aufnahmen und Tourneen, vor allem nach Japan, Spanien, in die Schweiz und vor kurzem nach Deutsch- land und nach Zentraleuropa, die sehr erfolgreich waren, hat sich das ONB auch außerhalb Belgiens einen Namen gemacht. Orchestre National de Belgique © Wim Van Eesbeek 9 10 DRP-AKTUELL „Intensivstation“ mit der Geigerin Carolin Widmann – SR-Soirée am 17. April Die mehrfach ausgezeichnete Geigerin Carolin Widmann liebt Entdeckun- gen – wie das kaum gespielte Violinkonzert des Querdenkers Ferruccio Busoni, zu hören in der nächsten Soirée am Freitag, 17. April um 20 Uhr in der Saarbrücker Congresshalle. Für Carolin Widmann ist jede Musik In- tensivstation – schrieb „Die Zeit“. Grenzgänge liebt auch der italienische Dirigent und Komponist Emilio Pomàrico, ein ebenso leidenschaftlicher wie präziser Musiker. Die Deutsche Radio Philharmonie hat er mehrfach dirigiert und das P
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